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Politik Lorz zu Schulsituation: "Nächsten Wochen sind entscheidend"
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15:42 21.10.2020
Alexander Lorz (CDU), Kultusminister von Hessen. Quelle: Andreas Arnold/dpa/Archivbild
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Frankfurt/Main

Wie kommen die hessischen Schulen in der verschärften Corona-Pandemie durch die kalte Jahreszeit? Kultusminister Alexander Lorz (CDU) hat kurz nach Ende der Herbstferien zur Verantwortung gemahnt. "Die nächsten Wochen sind entscheidend für den weiteren Verlauf des Schuljahrs", sagte Lorz am Mittwoch bei einem Besuch der Frankfurter Helmholtzschule. Es komme auf jeden Einzelnen an. Oberstes Ziel sei, Schulen offen zu halten.

Der Minister unterstrich auch die Bedeutung der Digitalisierung. Unter dem Druck der Pandemie sei es glücklicherweise zu einem Nachholeffekt gekommen. Dieser "große Satz nach vorn" müsse bewahrt werden. "Das ist auch Teil des Rüstzeugs, für den Fall, dass wir temporär oder punktuell - das wird sich ja wahrscheinlich nicht vermeiden lassen - doch wieder zu Schulschließungen und Quarantänemaßnehmen kommen."

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Die Helmholtzschule, ein Gymnasium im Frankfurter Ostend, gilt als Vorreiter in Sachen Digitalisierung. Im Frühjahr wurde dort schnell auf den Shutdown reagiert, dank eines Videokonferenzsystems und der eigens eingerichteten virtuellen Klassenzimmer. "Wir konnten von einem Tag auf den anderen auf Online-Unterricht umstellen", sagte Schulleiter Gerrit Ulmke.

Andere hessische Schulen sind davon allerdings noch entfernt. "Wir sind im Moment mitten im Prozess, 2000 Schulen mit einem einheitlichen Standard auszustatten", erklärte Lorz. Das brauche Zeit, doch die Situation verbessere sich von Woche zu Woche. Die geplante Anschaffung von Dienstlaptops für alle Lehrer könnte Ende 2020 starten. Es sei voraussichtlich nur noch eine Frage von Wochen, bis "alles unter Dach und Fach ist". Im Laufe des kommenden Jahres könnten die Geräte dann beschafft und verteilt werden.

Der CDU-Politiker besuchte auch den Ethik-Unterricht einer 5. Klasse, bei dem die Kinder am Computer arbeiteten. Zudem stellte er sich in der Aula den Fragen von Schülern und online zugeschalteten Eltern. Dabei ging es unter anderem um Lüftungsgeräte. Diese könnten das Stoßlüften nicht ersetzen, sondern allenfalls als ergänzende Maßnahme betrachtet werden, sagte Lorz. Zudem verteidigte der Minister, dass das Geld aus dem Digitalpakt über die kommunalen Schulträger verteilt und nicht direkt an die Schulen ausbezahlt werde.

Nach zwei Wochen Herbstferien hat an den hessischen Schulen am Montag wieder der Unterricht begonnen. In vielen Kommunen im Rhein-Main-Gebiet gilt wegen der hohen Zahlen bei Neuinfektionen für zunächst 14 Tage eine generelle Maskenpflicht für alle Schüler ab der 5. Klasse. "Man hält das aus, aber schön ist das nicht", sagte Lorz. Aber: "Es ist besser wir tragen alle Maske, als wieder die Schulen schließen zu müssen."

dpa