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Politik Konflikte um Schulsport können meist geklärt werden
Mehr Hessen Politik Konflikte um Schulsport können meist geklärt werden
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08:33 28.03.2021
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Wiesbaden

Das geht aus einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage des AfD-Abgeordneten Rainer Rahn im Landtag in Wiesbaden hervor. Die Schulämter hätten in den zurückliegenden fünf Jahren in acht Fällen davon Kenntnis erlangt, dass muslimische Eltern versuchten, ihre Töchter vom Sport- beziehungsweise Schwimmunterricht fernzuhalten, teilte das Ministerium mit.

In zehn weiteren Fällen hätten Eltern zunächst eine anderweitige Lehrveranstaltung abgelehnt. Durch gezielte Gespräche und Maßnahmen hätten die Vorbehalte überwiegend geklärt werden können, erläuterte das Ministerium. Die Kinder hätten dann in den meisten Fällen am Unterricht oder der außerschulischen Veranstaltung teilnehmen dürfen. In zwei Fällen sei ein außerschulisches Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet worden.

"Beim Sport- und Schwimmunterricht sowie bei Wandertagen und Schulfahrten handelt es sich um schulische Pflichtveranstaltungen", betonte das Kultusministerium. Sollten Eltern ihre Kinder aus religiösen Gründen fernhalten, dann müsse vor Ort der Einzelfall betrachtet werden. Lehrkräfte und Schulleitungen gingen sehr sensibel mit den Argumenten der Eltern um, erläuterte das Ministerium. Dies geschehe meist in enger Absprache mit den muslimischen Gemeindevorstehern.

"Da der Burkini für muslimische Mädchen eine erlaubte Kleidung im Schwimmunterricht darstellt, nehmen diese Mädchen im Regelfall am Schwimmunterricht teil", erklärte das Ministerium. Für Klassenfahrten könnten individuelle Regeln gefunden werden, die es den muslimischen Kindern beispielsweise ermögliche, zumindest am Tagesprogramm teilzunehmen.

© dpa-infocom, dpa:210328-99-00098/2

dpa