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Politik Kommission prüft Fälle von sexualisierter Gewalt in Kirche
Mehr Hessen Politik Kommission prüft Fälle von sexualisierter Gewalt in Kirche
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16:41 18.12.2019
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Kassel

Die Kommission werde weisungsfrei über materielle und immaterielle Anerkennungen und Hilfeleistungen für Opfer entscheiden. Bisher liegen 30 Fälle vor, die in der Kirche in den vergangenen zehn Jahren aktenkundig geworden sind.

Sexualisierte Gewalt kann viele Formen haben: Sie reicht von Beleidigungen bis zu Übergriffen. Die Kommission will allen Hinweisen nachgehen - unabhängig von strafrechtlicher Bewertung und ohne Rücksicht auf Verjährungsfristen. Auch Fälle, auf die die Kirche bereits reagiert hat, sollen neu geprüft werden. "Was wir bieten, ist Anerkennung und Unterstützung", sagte Peter Masuch, der frühere Präsident des Bundessozialgerichts, der ebenfalls in der Kommission sitzt. Dabei werde es auch um Geld gehen.

Vor zwei Monaten hat sich die Kommission gegründet. Nach einem Jahr soll sie Bericht erstatten. Die Kirche will den Entscheidungen folgen. "Wir hören auf Sie", sagte Pröpstin Katrin Wienold-Hocke. Betroffene können die Unabhängige Unterstützungskommission direkt kontaktieren oder über Fachberatungsstellen wie "Wildwasser" in Marburg oder "Lawine" in Hanau.

Zudem will die EKKW durch Prävention neue Fälle verhindern: Bis Ende 2020 werde man alle Pfarrer diesbezüglich geschult haben, sagte Thomas Zippert, landeskirchlicher Koordinator zum Thema "Sexualisierte Gewalt". Danach sollen Jugendarbeiter, Kirchenmusiker und schließlich Ehrenamtliche folgen. "Das sind ein paar Tausend, bis wir die erreicht haben, wird es ein paar Jahre dauern", erklärte er.

dpa