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Politik Klose: Kommunikation von Impfstoffhersteller "ärgerlich"
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08:27 31.01.2021
Der hessische Sozialminister Kai Klose (Grüne) im Impfzentrum im Kongresszentrum Darmstadtium.
Der hessische Sozialminister Kai Klose (Grüne) im Impfzentrum im Kongresszentrum Darmstadtium. Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa-Pool/dpa/Archivbild
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Wiesbaden

Mit Blick auf Lieferengpässe beim Corona-Impfstoff hat Hessens Sozialminister Kai Klose (Grüne) die Hersteller kritisiert. Das Land sei von der Kommunikation "überrascht worden", sagte er in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden. "Das war extrem kurzfristig und ärgerlich, etwa als Biontech Pfizer erklärt hat, die Kapazitäten zurückzufahren."

Das geschehe zwar mit einem guten Ziel, nämlich danach die Produktion auszuweiten. "Aber trotzdem kam das sehr unverhofft", sagte Klose. "Ich glaube hier ruckelt es doch erheblich", ergänzte er mit Blick auf den Konflikt mit Astrazeneca. Der britisch-schwedische Hersteller hatte der Darstellung der EU-Kommission zufolge vor kurzem sehr überraschend und ohne plausible Erklärung eine Lieferkürzung angekündigt.

"Wir sind abhängig von verlässlichen Impfstofflieferungen, weil wir mit den Kommunen vor Ort die Impfungen für die Bürgerinnen und Bürger organisieren", betonte der Minister. "Deshalb ist das ärgerlich." Er erwarte, dass das, was jetzt zugesagt ist, auch zuverlässig komme. Die Entscheidung der EU-Länder, eine gemeinsame Beschaffung zu organisieren, nannte er aber "grundsätzlich richtig".

Was die Corona-Maßnahmen in Deutschland angeht, betonte Klose für Hessen, dass die Landesregierung immer sehr bestrebt gewesen sei, möglichst einheitlich mit den anderen Bundesländern zu agieren. "Weil dies auch das Verständnis und die Akzeptanz der Maßnahmen erhöht", sagte er. "Wir haben insgesamt im föderalen Konzert in Deutschland ja immer wieder mal erlebt, dass einzelne Länder doch ihren ganz eigenen Weg gehen, das lässt sich vielleicht nicht vermeiden."

Beim Impfen könne es aber nicht darum gehen, wer am schnellsten bei der Erstimpfung sei, sondern es gehe darum, wer beide Impfungen zügig umsetze. "Denn erst dann ist der Vollschutz da. Und hier ist Hessen in der Spitzengruppe", sagte Klose. Eine Wahlmöglichkeit beim Impfstoff könnte nach seinen Worten erst möglich werden, wenn ausreichend Dosen vorhanden sind. Bei der derzeitigen Knappheit ginge dies nicht, auch wegen der teils komplizierten Lager- und Transportbedingungen.

"Ich bin noch nicht geimpft, sortiere mich aber ganz sicher dann ein, wenn ich dran bin", sagte Klose. Er habe immer dafür geworben, dass das Land sich eng an den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission orientiere. "Weil auch an dieser Stelle die Akzeptanz ganz entscheidend ist."

© dpa-infocom, dpa:210131-99-240157/2

dpa