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Politik Klinikverbund: Zusammenbruch der Krankenhausversorgung droht
Mehr Hessen Politik Klinikverbund: Zusammenbruch der Krankenhausversorgung droht
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13:47 23.03.2020
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Frankfurt/Main

"Offensichtlich ist der Politik nicht klar, dass eine unveränderte Abrechnungssystematik Personal mit pflegerischer und ärztlicher Kompetenz in den Krankenhäusern - aber im Übrigen auch bei den Kassen und dem Medizinischen Dienst - bindet", das jetzt dringend für die Versorgung benötigt werde, betonte Reinhard Schaffert, Geschäftsführer des Klinikverbunds Hessen, am Montag in einer Mitteilung.

Die Vereinigung aller hessischen Krankenhäuser in öffentlich-rechtlicher Trägerschaft beklagte, dass die von der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) in einem Eckpunktepapier vorgeschlagenen notwendigen Maßnahmen im vorliegenden Gesetzentwurf völlig ignoriert worden seien. Statt für die Dauer der Corona-Krise eine bürokratiearme Pauschalfinanzierung der Kliniken einzuführen, müssten diese trotz der Ausnahmesituation durch die zunehmende Zahl an Fällen weiterhin jeden Patienten einzeln abrechnen. Die vorgesehene Prüfung von fünf Prozent der Fälle durch den Medizinischen Dienst bezeichnete Schaffert als "Wahnsinn". Dies sei für die Krankenhäuser nicht zu leisten.

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Vielmehr seien weitreichendere Sofortmaßnahmen und Entlastungen notwendig, um die gestiegenen Kosten für die Beschaffung von Infektionsschutzmaterial und die gleichzeitigen Erlösausfälle durch die Verschiebung der nicht dringlichen Operationen auszugleichen. Es müsse eine "pauschale finanzielle Sicherheit und Entlastung von Bürokratie" geben, appellierte Schaffert an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Ungeachtet der befürchteten Probleme versicherte Clemens Maurer, Vorstandsvorsitzender der Klinikverbunds Hessen, dass die öffentlich getragenen Krankenhäuser alle notwendigen Vorbereitungen getroffen hätten, "um ausreichende Kapazitäten für die Behandlung der an Covid-19 erkrankten Menschen zu schaffen".

dpa

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