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Politik Weihnachten im Zeichen der Corona-Pandemie
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13:12 24.12.2020
Volker Jung, Präsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). Quelle: Arne Dedert/dpa/Archivbild
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Fulda

In der Corona-Pandemie kann das diesjährige Weihnachtsfest aus Sicht der Kirchen in Hessen Hoffnung und Zuversicht spenden. "Wer Vertrauen und Hoffnung in sich hat, bekommt neue Kraft", erklärte der Präsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Volker Jung, laut vorab veröffentlichten Aussagen aus der Predigt im ZDF-Gottesdienst, der um 19.15 Uhr gezeigt werden sollte. "Wir bekommen innere Kraft und Geduld, um auszuhalten, dass wir nicht alles machen können. Kraft, um respektvoll und gut miteinander zu leben, um uns gegenseitig zu schützen und füreinander zu sorgen."

Der Alltag angesichts der Corona-Pandemie sei von "dunklen Schatten" bestimmt, so Jung. Das "Licht der Heiligen Nacht" mit der Zusage Gottes, immer an der Seite von bedrohten Menschen zu stehen, könne das Leben aufhellen. "Ich wünsche so sehr, dass das Licht der Heiligen Nacht uns gerade jetzt erreicht. Mit dem Licht der Heiligen Nacht ist auch die dunkelste Nacht nicht mehr dunkel."

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Für den Fuldaer Bischof Michael Gerber ist das diesjährige Weihnachtsfest von der Sorge um Mitmenschen geprägt. Weihnachten 2020 konfrontiere uns "mit der Zerbrechlichkeit des Lebens", sagte Gerber laut Mitteilung in einer Videobotschaft zum Weihnachtsfest. "Vieles, was wir in diesen Wochen tun und vor allem auch vieles, was wir nicht tun können, steht unter dem Vorzeichen, besonders gefährdetes Leben zu schützen."

Inzwischen kenne fast jeder im persönlichen Umfeld Menschen, die an Covid-19 erkrankt seien. "Viele von uns betrauern den Tod von lieben Angehörigen, die an und mit Corona gestorben sind." So gebe es bei nicht wenigen die Sorge, wie sie dieses Weihnachtsfest gut verbringen können: "Sie werden alleine zuhause sein oder auf engstem Raum zusammen mit Familienangehörigen, wo möglicherweise manche Spannung vorprogrammiert ist", so Gerber.

Die Botschaft des Engels im Evangelium der Heiligen Nacht - "Heute ist Euch der Heiland geboren" - erscheine vielen heute "inzwischen zwar fremd oder gar altertümlich", erklärte Gerber, doch liege darin eine tiefe Botschaft. "Hier wird die heilsame Wirkung der Gegenwart Jesu erfahrbar." Jesus sei auch "Heiland da, wo persönliche Beziehungen und Partnerschaften in eine Krise geraten sind".

Die Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Beate Hofmann, sagte in einer digitalen Andacht, Weihnachten hänge "nicht an uns, auch nicht an Corona. Weihnachten wird es, weil Gott Mensch geworden ist." Die Krippe lasse sie an Menschen denken, die in diesen Tagen etwas täten, das andere trage. "Ich denke an Pflegekräfte, die für viele alte und für kranke Menschen in diesen Tagen zur Familie werden, sie hindurchtragen durch Quarantäne, Krankheit und Einsamkeit."

Ihre Gedanken seien auch bei jenen, die in den letzten Monaten Sorgenetze geknüpft hätten, etwa durch Telefonketten, Einkaufshilfen oder Gartenzaungespräche, sagte die Bischöfin. "Wo ich andere trage, mich anbiete als Krippe, wo sie ihre Sorgen hineinlegen können, da bin ich selbst getragen, und da wächst Freude."

dpa