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Politik Kirche will schon jetzt für demografischen Wandel planen
Mehr Hessen Politik Kirche will schon jetzt für demografischen Wandel planen
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16:12 29.11.2019
Volker Jung, Präsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). Quelle: Arne Dedert/Archiv
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Frankfurt/Main

Weichenstellung für die Zukunft: Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) will schon jetzt für den demografischen Wandel planen. Auf der Herbstsynode in Frankfurt war daher das wichtigste Thema der Zukunftsprozess "ekhn2030", sagten Vertreter der Kirchenleitung am Freitag. "Es geht um unsere Prioritäten, nicht um Sparprozesse", versicherte Ulrich Oelschläger, der Präses der Synode. Es gehe um die Frage: "Worauf können wir verzichten, was wollen wir unbedingt erhalten, wie wird Kirche künftig gestaltet?" Bereits in der aktuellen Synodenperiode solle es zu Entscheidungen kommen, das heiße innerhalb der nächsten zwei Jahre.

Dennoch müssten bis zum Jahr 2030 nach heutigen Berechnungen rund 100 Millionen Euro eingespart werden. "Die Kooperation in der Region wird vermutlich eine andere Rolle spielen", sagte Kirchenpräsident Volker Jung. Es gelte, "in einer vielfältiger gewordenen Gesellschaft vielfältig präsent zu sein".

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Das Thema gesellschaftlicher Veränderungen prägte auf der Synode auch die Diskussion über die Zukunft von Gottesdiensten, hieß es. Hierzu holten sich die Teilnehmer externe Experten für einen "geistlichen Stresstest". Zu den Ergebnissen gehörte der Vorschlag für Predigt-Tourneen und Andachten an ungewöhnlichen Orten - etwa im Tattoo-Studio. Auch über die Sitzordnung in Kirchen müsse nachgedacht werden - die traditionelle Ausrichtung stamme noch aus der Zeit der Monarchie und entspreche nicht mehr heutigem Empfinden.

Bereits am Donnerstag hatten die Teilnehmer der Synode an die politische Verantwortlichen in Hessen und Rheinland-Pfalz appelliert, stärker für die Rechte geflüchteter Menschen einzutreten. Auf besondere Kritik in der Resolution der Synode stieß die Abschiebehaft. Sie solle nur in Ausnahmefällen verhängt werden, forderten die Synodenteilnehmer.

Auf der seit Mittwoch tagenden Herbstsynode diskutieren Pfarrer und Laien mit Vertretern der Kirchenleitung unter anderem über aktuelle Fragen, Finanzen und die Zukunft der Kirche. Sie vertreten mehr als 1,5 Millionen EKHN-Mitglieder in 1132 Gemeinden in Hessen und Rheinland-Pfalz. Die Synode dauert bis Sonntag.

dpa