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Politik Kaum Corona-Verstöße bei Regenwetter
Mehr Hessen Politik Kaum Corona-Verstöße bei Regenwetter
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16:42 02.05.2020
Zwei Frauen gehen mit aufgespannten Schirmen. Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa/Archivbild
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Frankfurt/Kassel/Gießen/Offenbach

Angesichts des schlechten Wetters haben Hessens Ordnungskräfte am Samstag nur wenige Verstöße gegen das Kontaktverbot in der Corona-Pandemie registriert. Bei Regen und Temperaturen zwischen acht und zwölf Grad verschlug es nur wenige Hessen nach draußen - trotz geöffneter Geschäfte. "Es läuft alles ruhig und gesittet ab", sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Frankfurt. Auch die Dienststellen in Darmstadt, Offenbach, Kassel und Gießen meldeten keine größeren Einsätze.

FINANZIELLE FOLGEN

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Hessens Städte sehen wenig Spielräume für Einsparungen mit Blick auf die Folgen der Corona-Krise. Einige haben zwar begonnen, besonders auf die Ausgaben zu achten. Sie verweisen aber auch darauf, dass viel Geld in kommunale Pflichtaufgaben fließt, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Der Hessische Städte- und Gemeindebund (HSGB) empfiehlt unterdessen, die Bürger beim Sparen frühzeitig einzubinden: "Niemand kann etwas für die Situation, aber alle müssen ihren Beitrag leisten", sagte HSGB-Geschäftsführer Karl-Christian Schelzke.

MUSEEN ÖFFNEN BALD

Nach weiteren Lockerungen der Corona-Beschränkungen arbeiten Museen in Hessen auf ihre Öffnung hin - konkrete Termin dafür fehlen aber oft noch. "Wir bereiten uns seit Tagen mit Hochdruck auf eine Wiedereröffnung der Häuser vor, und werden uns am kommenden Montag zum konkreten Datum für das Städel Museum, für die Liebieghaus Skulpturensammlung und für die Schirn äußern", erklärte eine Sprecherin des Städel-Museums in Frankfurt am Samstag. Die hessische Staatskanzlei hatte am Freitag mitgeteilt, dass von Montag an die Corona-Beschränkungen für viele Freizeiteinrichtungen und Dienstleister gelockert werden - unter anderem dürfen Zoos, Botanische Gärten und Museen wieder öffnen.

KRITIK VON DROGENHILFE

Mitarbeiter der Frankfurter Drogenhilfe haben ihre Forderung erneuert, leerstehende Hotels in der Corona-Krise für wohnungslose Drogenabhängige zur Verfügung zu stellen. Bereits vor einem Monat hatten sie in einem Offenen Brief beklagt, in Frankfurter Drogenhilfe-Einrichtungen herrschten unhaltbare Zustände. "Mittlerweile haben wir FFP2-Masken für die Beschäftigten, wenn wir körpernah arbeiten müssen", sagte eine Sprecherin. Innerhalb weniger Tage nach Veröffentlichung des Briefes seien in der Einrichtung Schutzvorrichtungen aus Plexiglas angebracht worden. Auch gebe es Mund-Nasen-Schutzmasken für die Beschäftigten und für Besucher bei normalen Kontakten. Die Hauptforderung nach Hotelplätzen für Drogenabhängige sei jedoch nicht erfüllt worden.

SPORTBUND: UNGEWISSHEIT IST PROBLEM

Der Landessportbund Hessen sieht in der derzeitigen Coronavirus-Krise die Ungewissheit als eines der größten akuten Probleme. Dies sagte Präsident Rolf Müller. "Das ist für alle Akteure eine schwierige Situation, insbesondere deshalb, weil unklar ist, wie und wann es weitergeht. Den Verbänden fehlt die Planungssicherheit im Hinblick auf Wettkampfformate und Spielserien. Außerdem drohen hier massive finanzielle Ausfälle", sagte Müller. Der Landessportbund könne die vielen Bildungs- und Qualifizierungsangebote derzeit nicht im gewohnten Maß anbieten.

INFEKTIONSZAHLEN

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen hat sich in Hessen auf 8479 erhöht. Das waren 86 mehr als am Vortag, wie das Sozialministerium in Wiesbaden am Samstag (Stand 14.00 Uhr) mitteilte. In Hessen gibt es demnach nun 367 Todesfälle, die mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Verbindung gebracht werden. Das war ein Anstieg um 5 Fälle. Es werden in der Corona-Statistik nur solche Fälle erfasst, die von den Kommunen bis zu einem bestimmten Zeitpunkt in einer elektronischen Datenbank erfasst werden.

dpa

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