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Innenministerin: Kampf gegen Rechtsextremismus schon in Kita
Innenministerin: Kampf gegen Rechtsextremismus schon in Kita
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10:21 20.02.2022
Nancy Faeser (SPD) spricht bei einer offiziellen Gedenkstunde auf dem Friedhof von Hanau am zweiten Jahrestag für die Opfer der rassistisch motivierten Anschläge von Hanau im Jahr 2020.
Nancy Faeser (SPD) spricht bei einer offiziellen Gedenkstunde auf dem Friedhof von Hanau am zweiten Jahrestag für die Opfer der rassistisch motivierten Anschläge von Hanau im Jahr 2020. Quelle: Boris Roessler/dpa POOL/dpa
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Hanau/Berlin

"Wir brauchen eine Demokratieerziehung, die klarmacht, dass es egal ist, wo eine Familie irgendwann einmal hergekommen ist, welche Hautfarbe jemand hat, an wen er glaubt oder wen er liebt."

Ein 43-jähriger Deutscher hatte am 19. Februar 2020 in Hanau neun Menschen aus rassistischen Motiven ermordet. Danach tötete der psychisch kranke Rechtsextremist seine Mutter und nahm sich selbst das Leben. Mit der Aufarbeitung der Tat befasst sich ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss des hessischen Landtags, der vor allem der Frage nachgeht, ob es vor, während oder nach dem Anschlag zu einem Behördenversagen kam.

"Ich bin der Überzeugung, dass die ganz überwiegende Mehrheit der Polizeibeamten einen tollen Job macht und auch Empathie zeigt", sagte Faeser, die auch Landesvorsitzende der SPD in Hessen ist. "Für die Beamtinnen und Beamten vor Ort war der Anschlag auch sehr schlimm, und da können Fehler passieren. Aber es ist wichtig, daraus zu lernen und anschließend das Gespräch mit den Betroffenen zu suchen. Das ist zu wenig passiert."

Sie selbst sei nach den Anschlägen von Hanau in Gesprächen mit den Familien der Opfer erschüttert gewesen, "wie bürokratisch der Umgang der Behörden mit diesem furchtbaren rechtsterroristischen Akt war", erinnerte sich Faeser. "Ich habe für mich selbst den Schluss gezogen, dass ich, wenn ich jemals Verantwortung trage, empathischer mit den Menschen umgehen muss."

© dpa-infocom, dpa:220220-99-213681/2

dpa