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Politik Im KZ gestorbener Prediger wird seliggesprochen
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16:52 13.09.2019
Das undatierte Gemälde zeigt Pater Richard Henkes (1900-1945). Quelle: Fotostudio Sascha Braun/Bistum Limburg/Archivbild
Limburg

Er predigte mutig während der NS-Diktatur und starb im Konzentrationslager: Pater Richard Henkes (1900-1945) wird am Sonntag (15. September) im Bistum Limburg seliggesprochen. Für die in Hessen und Rheinland-Pfalz gelegene Diözese ist das eine Premiere: Es ist demnach die erste Seligsprechung in Limburg. Mehr als 1000 Gäste werden zu dem feierlichen Gottesdienst für den "Märtyrer der Nächstenliebe" erwartet.

Henkes gehörte dem Pallottiner-Orden in Limburg an und wurde nach Angaben des Bistums wegen einer kritischen Predigt von den Nationalsozialisten 1943 verhaftet. Der Pater kam ins KZ Dachau und pflegte dort während einer Typhusepidemie kranke Häftlinge. Henkes ließ sich freiwillig in einem Quarantäneblock einschließen, infizierte sich schließlich selbst mit der Krankheit und starb.

"Er hat die Dinge beim Namen genannt", erklärt der Limburger Pallottinerpater Alexander Holzbach die Haltung Henkes'. Ihm sei es um die gleiche Menschenwürde für alle gegangen, er habe das Menschenbild der Nationalsozialisten abgelehnt und daraus auch keinen Hehl gemacht. "Einer muss da sein, es zu sagen" war dessen Credo.

Der Weg hin zur Seligsprechung war lang - was durchaus die Regel ist. Bereits kurz nach dem Zweiten Weltkrieg habe es erste Rufe danach gegeben, berichtet das Bistum. Im Jahr 2003 setzte der damalige Limburger Bischof Franz Kamphaus das offizielle Verfahren dafür in Gang. Im vergangenen Dezember gab der Vatikan bekannt, dass Henkes als Märtyrer seliggesprochen werden kann.

Selige werden in der Regel nur in regionalen Gemeinschaften oder Diözesen verehrt, Heilige haben dagegen eine Bedeutung für die katholische Kirche weltweit. Beide werden als Vorbilder christlichen Lebens verehrt. Damit jemand heiliggesprochen werden kann, muss die Seligsprechung vorausgehen. Die Heiligsprechung sei für Pater Henkes derzeit aber nicht geplant, so das Bistum.

Die Limburger haben seit 2018 eine Heilige: Ordensschwester Katharina Kasper (1820-1898), Gründerin der Ordensgemeinschaft Dernbacher Schwestern im Westerwald, die sich um Alte und Kranke kümmert.

dpa

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