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Politik IS-Rückkehrerin beschreibt Ehemann als gewalttätig
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13:48 22.03.2021
Die Angeklagte Jennifer W. in einem Gerichtssaal des Oberlandesgerichts in München.
Die Angeklagte Jennifer W. in einem Gerichtssaal des Oberlandesgerichts in München. Quelle: Peter Kneffel/dpa/Archivbild
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München

Er habe die jesidische Frau und das Mädchen, die bei ihnen im Irak im Haus gewohnt hätten, geschlagen - aus immer nichtiger werdenden Gründen, sagte sie am Montag aus.

Die Bundesanwaltschaft wirft der jungen Frau aus Lohne (Kreis Vechta) in Niedersachsen vor, sich im Irak der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) angeschlossen und Mutter und Tochter in ihrem Haus als Sklavinnen gehalten zu haben.

Über ihren angeblich gewalttätigen Ehemann hatte die 29-Jährige zuletzt auch vor dem OLG Frankfurt ausgesagt, wo der Iraker wegen desselben Verbrechens angeklagt ist wie sie: Ein kleines jesidisches Mädchen soll 2015 im Hof ihres Hauses in Falludscha (Irak) gestorben sein - gefesselt bei brennender Hitze. Der Mann soll sie angebunden, Jennifer W. tatenlos dabei zugesehen haben.

Sie habe sich nicht getraut, das Kind loszubinden, sagte die Angeklagte. Über den Tag, an dem das Kind gestorben sein soll, hatte sie schon in Frankfurt gesagt, sie habe nicht gewagt, einzugreifen. "Ich habe mir dann überlegt, was ich mache, aber mich nicht getraut." Dann habe sie noch einmal nach dem Kind gesehen. "Ich sah, dass sie schwächer wurde."

In München hat Jennifer W. sich bislang nur per schriftlicher Einlassung geäußert, die ihre Anwältin vor Gericht verlas. Sie kündigte aber an, selbst Fragen des Gerichts zu beantworten - nicht aber der Bundesanwaltschaft oder der Nebenklage. Womöglich soll es damit Ende März weitergehen.

© dpa-infocom, dpa:210321-99-913108/7

dpa