Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Politik Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus
Mehr Hessen Politik Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:59 27.01.2020
Die Historikerin Sybille Steinbacher. Quelle: picture alliance/Frank Rumpenhorst/Archiv
Wiesbaden

75 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau hat der hessische Landtag der Opfer des Nationalsozialismus im Land gedacht. In den Mittelpunkt der Gedenkveranstaltung am Montag in Wiesbaden wurde die Verfolgung Homosexueller gerückt. "Unter den Zeitzeugen sind kaum Angehörige dieser Opfergruppe, denn angesichts ihrer fortdauernden Kriminalisierung wollten sie über ihre Erfahrungen keine Auskunft geben", sagte Sybille Steinbacher, Direktorin des Fritz Bauer Instituts, das seit 25 Jahren die Geschichte der Verbrechen des NS-Regimes erforscht und dokumentiert.

Steinbacher verwies darauf, dass Homosexuelle bis Ende der sechziger Jahre in Deutschland weiterhin strafrechtlich verfolgt wurden. Dies habe vielen Betroffenen das Gefühl gegeben, es habe sich seit dem Dritten Reich für sie nichts verändert. Damals seien Homosexuelle systematisch verfolgt worden und in den Konzentrationslagern oftmals Opfer medizinischer Versuche gewesen. Die meisten der Häftlinge in den Vernichtungslagern waren Juden.

An der Veranstaltung nahmen auch Ministerpräsident Volker Bouffier und Landtagspräsident Boris Rhein (beide CDU) teil. Bouffier sagte, dass Gewalt, Hetze, Ausgrenzung und Antisemitismus in der Mitte der Gesellschaft angekommen seien. "Wir brauchen heute keine Helden mehr, aber engagierte Demokraten", mahnte er. Auch Rhein betonte, dass Demokratie keine Selbstverständlichkeit sei. Der Ton werde auch im hessischen Parlament rauer, Aussagen würden radikaler.

Neben der Veranstaltung in Wiesbaden gab es weitere Gedenkstunden und Kranzniederlegungen im ganzen Land, etwa am ehemaligen KZ-Außenkommando Bad Arolsen und am Holocaust-Mahnmal in Kassel. Der frühere Bundespräsident Roman Herzog hatte 1996 angeregt, den 27. Januar zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus zu machen. An diesem Tag hatten Soldaten der Roten Armee im Jahr 1945 die letzten noch lebenden Häftlinge von Auschwitz-Birkenau befreit. Allein dort wurden mindestens 1,1 Millionen Häftlinge ermordet oder starben an Folgen von Hunger, Krankheit, Sklavenarbeit und Misshandlung. Im Jahr 2005 wurde der Tag durch die Vereinten Nationen als "Internationaler Gedenktag für die Opfer des Holocaust" bestimmt.

dpa

Hessens Städte und Gemeinden haben im Jahr 2019 insgesamt mehr Einnahmen aus der Gewerbesteuer verbucht. 5,5 Milliarden Euro standen landesweit in den Büchern und damit 3,7 Prozent mehr als im Jahr zuvor, wie das Statistische Landesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte.

27.01.2020

Wer hat den Kasseler Regierungspräsidenten erschossen? Inzwischen bestreitet der Hauptverdächtige die Tat. Die Haftrichter halten das nicht für glaubhaft. Fragen wirft allerdings ein dritter Mann auf.

27.01.2020

Wer bauen will, braucht eine Genehmigung. Das Warten darauf ist eine Geduldsprobe. In einigen Kommunen ist die Bearbeitungszeit kürzer, in anderen länger. Und manche Städte geben keine Auskunft.

27.01.2020