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Politik Kultusministerium lehnt Ferienverlängerung wegen Corona ab
Mehr Hessen Politik Kultusministerium lehnt Ferienverlängerung wegen Corona ab
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17:12 13.10.2020
Der hessische Kultusminister Alexander Lorz (CDU).
Der hessische Kultusminister Alexander Lorz (CDU). Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa/Archivbild
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Wiesbaden

Das hessische Kultusministerium hält nichts von dem Vorschlag, die Weihnachtsferien wegen der Corona-Pandemie zu verlängern. Es gebe derzeit keine Erwägungen, die Ferientermine im laufenden Schuljahr anzupassen, teilte das Ministerium am Dienstag in Wiesbaden mit. "Eltern sind auf verlässliche Ferienzeiten und Planungssicherheit für die Betreuung ihrer Kinder angewiesen." Lehrer und Schüler müssten sich auf die Abschlussprüfungen vorbereiten können. Zudem sei das Infektionsgeschehen zu dynamisch, als dass bereits jetzt Voraussagen für die Weihnachtszeit möglich wären, erklärte das Ministerium.

Mit ihrem Vorschlag, die Weihnachts- und Winterferien wegen der Corona-Pandemie zu verlängern und stattdessen die Sommerferien zu kürzen, haben zwei Bundestagsabgeordnete der Union eine lebhafte Diskussion ausgelöst. Der Hamburger CDU-Chef Christoph Ploß sagte der "Bild"-Zeitung: "Wir sollten darüber nachdenken, die Winterferien um zwei bis drei Wochen zu verlängern und im Sommer entsprechend zu kürzen." Ziel müsse sein, bestmöglich durch die Pandemie zu kommen.

Sein Fraktionskollege im Bundestag, Stephan Pilsinger (CSU), regte sogar bis zu vier Wochen längere Weihnachtsferien mit entsprechender Kürzung der Oster- und Sommerferien an. "Das Wohl der Schüler und Lehrer muss im Vordergrund stehen", begründete er seinen Vorschlag. Hintergrund ist die Debatte über kalte Klassenzimmer, weil wegen des Coronavirus in kurzen Abständen gelüftet werden soll.

Auch die hessische SPD-Fraktion lehnt den Vorschlag ab. "Kurzfristig geänderte Ferientermine schaffen Stress und Verunsicherung bei Eltern, Lehrkräften und Schülern", teilte der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Christoph Degen, mit. Der Vorschlag sei reiner Aktionismus. Was alle Beteiligten bräuchten, sei möglichst verlässliche Planbarkeit. Das laufende Schuljahr könne aufgrund der Corona-Pandemie ohnehin kein normales mehr werden. Genau deswegen wäre es kontraproduktiv, nun auch noch Hand an die langfristig festgelegten Ferientermine zu legen, erklärte er.

dpa