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Politik Hessentrend: CDU gewinnt, Grüne verlieren in Corona-Krise
Mehr Hessen Politik Hessentrend: CDU gewinnt, Grüne verlieren in Corona-Krise
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13:31 14.05.2020
Volker Bouffier (CDU) spricht im Landtag. Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa/Archivbild
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Wiesbaden/Frankfurt/Main

Die Corona-Krise in Hessen verschafft Ministerpräsident Volker Bouffier und seiner Regierungspartei CDU laut einer Umfrage deutlichen Aufwind. Wäre am kommenden Sonntag Landtagswahl, dann würde die CDU 36 Prozent der Wählerstimmen bekommen, wie aus dem am Donnerstag vom Hessischen Rundfunk veröffentlichten "Hessentrend" hervorgeht. Im Vergleich zur Landtagswahl 2018 ist dies ein Plus von elf Prozentpunkten, im Vergleich zum Hessentrend vom Februar 2020 ein Plus von zehn Prozentpunkten.

Wie der hr in Frankfurt mitteilte, konnte der grüne Koalitionspartner nicht vom Krisenmanagement profitieren: Die Grünen liegen laut Umfrage bei 20 Prozent, fünf Prozentpunkte weniger als beim Hessentrend vor drei Monaten. Die SPD käme auf 18 Prozent (Februar: 16 Prozent), die AfD auf 10 Prozent (12 Prozent) und die FDP auf 7 Prozent (7 Prozent). Die Linke wäre mit 4 Prozent (Februar: 8 Prozent) nicht mehr im Landtag vertreten.

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Mit der Arbeit von Ministerpräsident Bouffier sind laut Hessentrend 69 Prozent der Befragten zufrieden (plus 5 Prozentpunkte im Vergleich zum Februar). Die Zufriedenheit mit Vize-Regierungschef und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) nahm dagegen auf 50 Prozent ab (minus 10 Prozentpunkte).

Die gestiegene Zustimmung für die Union sei auch eine Anerkennung für das geleistete Krisenmanagement der CDU-geführten Landesregierung, erklärte CDU-Generalsekretär Manfred Pentz und hob auch die gestiegenen Beliebtheitswerte für Landeschef Bouffier hervor. Die Grünen-Landesvorsitzenden Sigrid Erfurth und Philip Krämer erklärten, die Koalition habe eine deutliche Mehrheit und die Grünen seien weiter zweitstärkste Kraft in Hessen. Im Vergleich zum letzten Hessentrend gebe es aber noch Luft nach oben. "Daran werden wir in den nächsten Monaten ruhig und stringent weiterarbeiten."

SPD-Generalsekretär Christoph Degen wertet das Ergebnis des neuesten Hessentrends als Zeichen einer Stabilisierung der Sozialdemokraten. Das Niveau sei aber noch nicht zufriedenstellend. Das rückläufige Umfrageergebnis der Grünen liege möglicherweise an der "schwachen Performance ihres Sozialministers Kai Klose", sagte Degen. Sein Krisenmanagement zeichne sich nicht durch Entschlossenheit und Entscheidungsfreude aus. AfD-Landessprecher Klaus Herrmann sprach angesichts der Corona-Krise von einem respektablen Ergebnis. Die Partei werde nach der Corona-Krise wieder zu alter Stärke zurückfinden.

Der FDP-Landesvorsitzende Stefan Ruppert sagte, obwohl Krisenzeiten traditionell Stunden der Exekutive seien, hätten sich die Liberalen erfreulich stabilisiert. "Unsere kritisch-konstruktive Politik im hessischen Landtag wird honoriert." Linke-Landeschef Jan Schalauske, sagte, diese Momentaufnahme der Umfrage sei für die Partei "richtig bitter". Es scheine, dass die Hessen in der Corona-Krise ihr Vertrauen auf die Parteien setzen, die die Bundesregierung tragen. Die Linke müsse nach Wegen suchen, wie ihre Forderungen nach sozialer Sicherheit stärker Gehör finden.

Die jüngst beschlossenen Lockerungen in der Corona-Krise findet nach der hr-Umfrage die Hälfte der Befragten gerade richtig. Einem Drittel gehen sie zu weit, rund 15 Prozent nicht weit genug. 60 Prozent finden es richtig, dass Schulen und Kitas wieder schrittweise geöffnet werden. 77 Prozent unterstützen die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in Geschäften und in öffentlichen Verkehrsmitteln, wie der Hessentrend ergab. Sorge vor einer Ansteckung mit dem Virus äußerten 29 Prozent der Befragten. 35 Prozent befürchten, dass ihre Freiheitsrechte längerfristig eingeschränkt werden könnten.

dpa

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