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Politik Zahl der Corona-Impfungen soll in Hessen gesteigert werden
Mehr Hessen Politik Zahl der Corona-Impfungen soll in Hessen gesteigert werden
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12:32 17.11.2021
Ampullen mit dem Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson stehen auf einem Tisch.
Ampullen mit dem Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson stehen auf einem Tisch. Quelle: Daniel Karmann/dpa/Symbolbild
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Wiesbaden

Deutlich mehr Menschen in Hessen als zuletzt sollen schneller eine Erst- oder Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus bekommen. Das Land Hessen kündigte am Mittwoch an, dass die Kapazitäten dafür deutlich ausgebaut werden. So sollen sich die Menschen in den Zentralen des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes an Krankenhäusern den Impfschutz gegen Corona holen können. Außerdem soll das Netz von lokalen Impfstellen in den Städten und Kreisen ausgebaut werden. Und auch die niedergelassenen Ärzte sollen die Zahl der Impfungen steigern.

"Es ist wichtig, dass sich möglichst viele der bisher Ungeimpften impfen lassen", sagte der hessische Sozialminister Kai Klose (Grüne). Mit Stand Mittwoch (17. November) waren in Hessen nach den Zahlen des Robert-Koch-Instituts 66,8 Prozent aller Menschen vollständig geimpft, 70 Prozent waren mindestens einmal geimpft. Betrachtet man nur die Bevölkerungsgruppe der Erwachsenen (über 18), liegt die Quote der vollständig Geimpften bei 77,4 Prozent und bei 80,9 Prozent mit einer Impfung.

Etwa 8,7 Millionen Corona-Schutzimpfungen wurden bislang in dem Bundesland verabreicht. Impfen lassen können sich aktuell nur Personen ab 12 Jahren, für jüngere Kinder ist noch kein Impfstoff in Deutschland zugelassen.

Derzeit empfiehlt die Impfstoffkommission außerdem Dritt- beziehungsweise Boosterimpfungen für Patienten mit Immunschwäche sowie Menschen ab 70 Jahren. Voraussetzung dafür ist, dass der Abschluss der ersten Impfserie mindestens sechs Monate zurückliegt. Prinzipiell kann aber jeder Geimpfte eine solche Auffrischungsimpfung erhalten. Gut 305.000 Hessinnen und Hessen haben sie den RKI-Zahlen zufolge schon bekommen.

Die Zahl der wöchentlichen Corona-Impfungen in Hessen sei seit Anfang September von etwa 60.000 auf 130.000 mehr als verdoppelt worden, sagte Sozialminister Klose. "Diese Zahl wird sich kurzfristig weiter deutlich steigern." Helfen soll dabei auch, dass der Bund schneller als bisher Impfstoff bereitstellt. Bislang muss dieser mit zwei Wochen Vorlauf bestellt werden.

Der Präsident der hessischen Landesärztekammer, Edgar Pinkowski, rief die Ärzte zu einem weiterhin großen Einsatz in der Impfkampagne auf. "Um die Corona-Pandemie weiter wirksam einzudämmen, müssen wir alles tun, um die Zahl der Erst- und Zweitimpfungen noch zu erhöhen sowie alle über 70-Jährigen und Gefährdeten zeitnah mit Auffrischungsimpfungen zu versorgen."

Die Kassenärztlichen Vereinigung Hessen und der hessische Hausärzteverband warben aber auch bei Patienten um Verständnis, um den "derzeit großen Druck" von den Arztpraxen zu nehmen. "Nicht alles ist sofort für jeden leistbar. Wenn das jeder versteht, kommen wir auch gut durch die nächsten Wochen."

Mit der nun von Land, Ärzten, Apothekern sowie kommunalen Spitzenverbänden vereinbarten Ausrichtung der Impfstrategie bleibt es auch dabei, dass Hessen die Ende September geschlossenen, rund 30 zentralen Impfzentren nicht wiedereröffnet. Darin waren rund neun Monate lang Corona-Impfungen verabreicht worden. Die Zentren wurden Ende September dichtgemacht. Einige Kommunen wie etwa Frankfurt betreiben Impfstellen seither in kleinerer Form weiter.

Vielerorts sind außerdem mobile Impfteams unterwegs, oder es werden Sonderimpfaktionen angeboten. In Frankfurt etwa ist eine Impf-Straßenbahn unterwegs. Diese dezentralen Angebote würden nun ausgeweitet, kündigten Vertreter der kommunalen Spitzenverbände an.

Dass genug Impfstoff zur Verfügung steht, soll kein Problem sein. Die bisherige Beschaffung, Belieferung und Verwendung über Apotheken und Arztpraxen vor Ort habe sich bewährt, erklärte die Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen, Ursula Funke. "Auch für die nun in großer Zahl benötigten Impfstoffe für die Booster-Impfungen läuft das reibungslos."

© dpa-infocom, dpa:211117-99-31041/4

dpa