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Politik Möglichst viel Präsenzunterricht: Verbände wollen Regeln
Mehr Hessen Politik Möglichst viel Präsenzunterricht: Verbände wollen Regeln
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17:32 04.01.2021
Alexander Lorz (CDU), Kultusminister des Landes Hessen, spricht im Landtag. Quelle: Arne Dedert/dpa
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Wiesbaden

Die hessische Landesregierung spricht sich dafür aus, den Kindern und Jugendlichen in der Corona-Pandemie so bald wie möglich wieder Unterricht in der Schule zu erlauben. Hessen setze sich natürlich für so viel Präsenzunterricht wie infektiologisch vertretbar ein, erklärte ein Sprecher von Kultusminister Alexander Lorz (CDU) am Montag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden. Das gelte aber nicht um jeden Preis und in einem ersten Schritt vor allem für jüngere Jahrgängen sowie für die älteren im Wechselmodell.

Der Schul-Lockdown war von Bund und Ländern Mitte Dezember als Teil des Herunterfahrens des gesamten öffentlichen Lebens bis Ende dieser Woche vereinbart worden. Vor der nächsten Beratung der Regierungschefs der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an diesem Dienstag waren die Kultusminister zu einer Schaltkonferenz zusammengekommen, um über eine mögliche Verlängerung der Schulschließungen zu beraten.

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Laut Kultusministerkonferenz einigte man sich darauf, dass es stufenweise Öffnungen für untere Klassen und Abschlussklassen geben soll - "sollte es die Situation in den einzelnen Ländern zulassen". Bundesweit viele Schüler müssen sich demnach zur Eindämmung der Corona-Pandemie jedoch voraussichtlich noch länger als bisher geplant auf Fernunterricht einstellen.

Der hessische Landesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), Stefan Wesselmann, forderte klare und verlässliche Aussagen, um den Schulbetrieb planen zu können. Dem Verband sei bewusst, dass es einen schwierigen Spagat zwischen Bildungsgerechtigkeit und Gesundheitsschutz für alle Personen in der Schule zu meistern gebe. Wenn man aber am Präsenzunterricht festhalten, gleichzeitig Kontakte reduzieren und Abstände garantieren wolle, dann führe am Wechselmodell kein Weg vorbei.

Für den Wechselunterricht in allen Klassenstufen machte sich auch die Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Nancy Faeser, stark. Dabei müsse es eine Betreuungsgarantie für alle Grundschüler geben und in den weiterführenden Schulen für diejenigen, denen es zuhause entweder an den technischen Voraussetzungen für digitales Lernen oder an einem lernfreundlichen Umfeld fehlt. Diejenigen Eltern, deren Nachwuchs zwar im Kindergarten angemeldet ist, das Angebot derzeit aber nicht wahrnehmen, sollten zudem von den entsprechenden Gebühren entlastet werden.

Auch der Deutsche Lehrerverband Hessen (dlh) mahnte klare Regelungen für den Schulbetrieb in der Corona-Pandemie. Bis zu den Osterferien müsse es feste Vorgaben geben. Außerdem müsse es zeitnahe Impfangebote für Lehrer geben.

dpa