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Politik Hessen erwartet Höchststand der Covid-Fälle Ende November
Mehr Hessen Politik Hessen erwartet Höchststand der Covid-Fälle Ende November
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12:42 10.11.2020
Kai Klose (Bündnis 90/Die Grünen), Sozialminister des Landes Hessen. Quelle: Arne Dedert/dpa/Archivbild
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Wiesbaden

Hessen erwartet den Höchststand an Corona-Patienten in hessischen Krankenhäusern erst zum Monatswechsel. Derzeit würden 1456 Covid-19-Patienten stationär in den Klinken des Landes behandelt, sagte Sozialminister Kai Klose (Grüne) in einem Hintergrundgespräch am Dienstag. 308 lägen auf Intensivstationen, 1148 auf normalen Stationen. Der Anteil der Patienten auf Normalstationen sei viel höher als im Frühjahr.

"Wir gehen davon aus, dass wir den Gipfel voraussichtlich etwa zum Monatswechsel erreichen werden", sagte Klose. Durch die seit rund einer Woche geltenden Kontaktbeschränkungen scheine sich die Kurve der Neuinfektionen abzuflachen. Zwischen dem Rückgang der Infektionszahlen in der Gesamtbevölkerung und der Entspannung der Situation in den Kliniken lägen erfahrungsgemäß zwei bis drei Wochen.

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In Hessen gibt es nach Angaben von Prof. Jürgen Graf, dem Leiter des Planungsstabes stationäre Versorgung Covid-19, 2400 Intensivbetten. 2078 davon seien aktuell betriebsbereit, der Rest könne bei Bedarf durch Umverteilung des Personals in Betrieb genommen werden. "Gegenwärtig sind wir zuversichtlich, dass wir die Kapazitäten nicht voll ausreizen müssen", sagte Graf. "Das System reagiert lebendig: Wenn mehr gebraucht wird, sorgen wir für mehr Kapazitäten." Das sei auch in anderen Wintern mit hohen Infektionszahlen in der Bevölkerung ebenso wie beim Personal gelungen.

Klose rechnet derzeit nicht damit, dass - wie im Frühjahr - planbare Operationen landesweit aufgeschoben werden. Einzelne Kliniken würden das tun, um ihre Kapazitäten zu schonen, sagte Klose. Er glaube aber nicht, dass es dafür erneut eine landesweite Regelung brache. "Derzeit sehen wir noch nicht die Notwendigkeit, elektive Eingriffe zu verschieben", sagte Klose. Denkbar sei das eventuell regional. Allerdings werde die Frage auch im Bund diskutiert.

Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Dienstag für Hessen 1702 neue positive Testergebnisse. Auffällig hoch war die Zahl der gemeldeten Todesfälle: 28 mehr als am Vortag. Hessen werde "genau hinschauen", wie die bundesweit geltenden Maßnahmen wirkten, sagte Klose. An den Regeln für Hessen will Klose vorerst nichts ändern: "Wir haben gegenwärtig nicht vor, die landesweite Verordnung anzupassen."

dpa