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Politik Hessen: Sammel-Impftermine für Lehrer und Erzieher anbieten
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16:22 25.02.2021
Peter Beuth (CDU), Innenminister des Landes Hessen.
Peter Beuth (CDU), Innenminister des Landes Hessen. Quelle: Arne Dedert/dpa/Archivbild
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Wiesbaden

Die Namen der Interessierten würden dann vom jeweiligen Staatlichen Schulamt an das örtlich zuständige Impfzentrum weitergeleitet. "Dieses organisiert die Sammel-Impftermine", teilte das Innenministerium weiter mit.

Das Personal in den Grund- und Förderschulen und in der Kindertagesbetreuung arbeite täglich eng mit Kindern zusammen, "die naturgemäß die Abstandsregeln nicht immer strikt befolgen oder teils auch von der Maskenpflicht befreit sind", teilten Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU), Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) und Kultusminister Alexander Lorz (CDU) gemeinsam mit. "Eine schnelle Impfung schützt nicht nur sie selbst, sondern zugleich auch die betreuten Kinder." Sie appellierten an die Beschäftigten, das Angebot anzunehmen und sich impfen zu lassen.

Impfberechtigte Lehrer und Erzieher könnten sich auch individuell telefonisch oder online für Impftermine anmelden. Parallele Anmeldungen über das Schulamt und über das Portal sollten laut Innenministerium jedoch vermieden werden.

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Hessen kritisiert, dass zunächst nur Grundschul- und Förderlehrer geimpft werden dürfen, nicht aber Lehrer an weiterführenden Schulen. "Denn während an Grund- und Förderschulen der enge Kontakt zu den Schülerinnen und Schülern das größte Infektionsrisiko darstellt, sind es an weiterführenden Schulen die vielfältigen Kontakte, denen die Lehrkräfte in ständig wechselnden Lerngruppen ausgesetzt sind", teilte der Verband am Donnerstag mit. Vor allem für Verbundsschulen sei das Vorgehen nicht nachvollziehbar.

In Baden-Württemberg hingegen würden Lehrkräfte aller Klassen ein Impfangebot bekommen. Das führe dazu, dass ein Lehrer, der in Hessen eine fünfte Klasse unterrichte, aber in Baden-Württemberg wohne, geimpft werden könne. Sein Kollege, der in Hessen wohne, allerdings nicht. Das Nachbarland orientiere sich bei den Impfungen nämlich am Wohnort der Lehrkräfte, Hessen hingegen am Ort der Schule. "Das alles ist unlogisch, inkonsequent - schlicht ein Irrsin", teilte der Vorsitzende des VBE Hessen, Stefan Wesselmann, mit.

Dem hessischen Innenministerium zufolge zählen rund 70 000 Grundschullehrer und Erzieher zu den Impfberechtigten der zweiten Prioritätsgruppe. Insgesamt umfasst diese Gruppe demnach 1,5 Millionen Hessen.

© dpa-infocom, dpa:210225-99-589117/3

dpa