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Politik Hessen: Antigen-Tests können Schulbetrieb sicherer machen
Mehr Hessen Politik Hessen: Antigen-Tests können Schulbetrieb sicherer machen
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10:52 05.12.2020
Eine Frau tropft eine Probe auf einen Antigen-Schnelltest.
Eine Frau tropft eine Probe auf einen Antigen-Schnelltest. Quelle: Sven Hoppe/dpa/Symbolbild
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Wiesbaden/Frankfurt

Das Land Hessen hat eine wissenschaftliche Studie positiv bewertet, zu der sich rund 600 Lehrer und Lehrerinnen selbst mit Antigen-Tests auf eine Sars-CoV-2-Infektion untersucht haben. Der Einsatz von Antigen-Tests mit hoher Frequenz könne dazu beitragen, das schulische Umfeld während der Pandemie sicherer zu machen, teilte das Sozialministerium in Wiesbaden am Samstag mit. Über das weitere Vorgehen an den Schulen ist laut Kultusministerium aber noch nicht entschieden.

Die Schnelltests können mit einem Abstrich im vorderen Nasenraum selbst durchgeführt werden, sind aber ungenauer als die standardmäßigen PCR-Tests. An der Studie der Uni-Klinik Frankfurt hatten über sieben Wochen mehr als 600 Lehrkräfte teilgenommen und und 10 836 Tests dokumentiert. In fünf Fällen wurden Infektionen richtig und frühzeitig entdeckt. Dazu kamen 16 falsch-positive Ergebnisse, die später mit einem PCR-Test richtig gestellt werden konnten.

Gefährlicher sind falsch-negative Tests, bei denen also die Infektion nicht erkannt wurde. Hier gehen die Wissenschaftler von mindestens drei Fällen aus. Die Lehrer hatten sich aus verschiedenen Gründen noch einmal mit PCR testen lassen. Studienautor Sebastian Hoehl warnte: "Das Auftreten von falsch negativen Antigentests in unserer Studie verdeutlicht, dass der Einsatz solcher Tests im Umfeld Schule nicht dazu führen darf, dass bestehende Hygieneregeln vernachlässigt oder gelockert werden."

Das Fazit bleibt aber positiv. "Die Safe School-Studie hat gezeigt, dass die regelmäßige Anwendung von Antigen-Schnelltests einen wertvollen Beitrag leisten kann. Das ist auch deshalb wichtig, weil durch Antigentests die für PCR-Tests notwendigen Labore entlastet werden können", kommentierte der hessische Sozial- und Integrationsminister Kai Klose (Grüne) die Ergebnisse. Bei entsprechender Anleitung der Teilnehmer sei auch kein medizinisches Fachpersonal nötig.

Kultusminister Alexander Lorz (CDU) wies darauf hin, dass sich auch weiterhin sämtliche hessischen Lehrer kostenfrei und ohne Anlass in Arztpraxen mit einem Antigen-Test untersuchen lassen können.

Hintergrund ist eine Debatte über Selbsttests an Schulen und Kitas. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums können diese ab jetzt bundesweit Corona-Schnelltests beziehen und auch selbst nutzen. Grundlage dafür seien eine Änderung der Medizinprodukte-Abgabeverordnung und die kürzlich beschlossenen Änderungen des Infektionsschutzgesetzes, wodurch der Arztvorbehalt bei Schnelltests entfallen sei.

dpa