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Politik Gesundheitsamt: Schulschließungen nicht mehr nötig
Mehr Hessen Politik Gesundheitsamt: Schulschließungen nicht mehr nötig
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11:05 09.10.2020
Dr. René Gottschalk, Leiter Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt. Quelle: Michael Kappeler/dpa/Archvibild
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Frankfurt/Main

Jüngere Schüler seien keine Infektionsquelle, sie steckten Erwachsene nicht an - eher umgekehrt. Lehrer und ältere Schüler könnten Masken tragen. Schulschließungen müsse man nicht mehr als Mittel in Erwägung ziehen.

Das Beherbergungsverbot für Menschen aus Orten mit sehr hohen Corona-Infektionszahlen in mehreren Bundesländern bezeichnete Gottschalk als nicht nachvollziehbar und infektiologisch nicht vernünftig. Angesichts der Inkubationszeit des Virus von 14 Tagen sage ein negativer Test im Prinzip gar nichts aus.

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Solche uneinheitlichen Regelungen seien auch ein Grund, für Zweifel an den Maßnahmen in der Bevölkerung. "Wenn man keine einheitlichen Regelungen schafft und dafür Sorge trägt, dass ich in Bayern ganz anders behandelt werde als im Saarland oder in Schleswig-Holstein, dann muss ich mich nicht wundern, wenn das nicht mehr verstanden wird", sagte Gottschalk.

Die Sperrstunden-Verfügung, die ab diesem Freitag jeweils um 23 Uhr in Frankfurter Gaststätten gilt, sei hingegen richtig. Dort würden nicht zulässige Kinn-Nasen-Schutzbedeckungen getragen oder teils gar keine Masken. "Dies ist sicherlich einer der Gründe, warum insbesondere in der jungen Bevölkerung sich das Virus wieder ausbreiten kann."

Die Mitarbeiter des Gesundheitsamts seien derzeit kaum mehr in der Lage, jede Infektionskette bis ins Detail nachverfolgen zu können. Bislang hätten sie auch darauf geachtet, ob Menschen aus Risikogruppen betroffen sein könnten. Wenn dies nicht mehr gelinge, drohten Engpässe in den Krankenhäusern.

dpa