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Politik Geschichtsort erinnert an KZ-Opfer und Zwangsarbeiter
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14:25 24.03.2022
Ein Mann steht in der Gedenkstätte vor einer Wand mit Ausstellungsstücken.
Ein Mann steht in der Gedenkstätte vor einer Wand mit Ausstellungsstücken. Quelle: Sebastian Gollnow/dpa
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Frankfurt

Frankfurts Kulturdezernentin Ina Hartwig sprach am Donnerstag von einem lebendigen Erinnerungsort. "Es ist einerseits ein Ort, an dem den zahlreichen Opfern des KZ und der Zwangsarbeit gedacht wird. Gleichzeitig ist es ein Ort partizipativer und interaktiver Vermittlung."

Die Ausstellung besteht aus vier thematischen Modulen: die Geschichte der Fabrik, die Zwangsarbeit in Frankfurt, das Konzentrationsaußenlager und der Umgang mit diesen Themen nach 1945. Der etwa 160 Quadratmeter große Ausstellungsraum liegt in der Blickachse des ehemaligen KZ Katzbach, das 1944 als Außenstelle des KZ Natzweiler-Struthof im Elsass gegründet worden war. Die Gefangenen mussten in den Adlerwerken Sklavenarbeit beim Bau von Schützenpanzern leisten.

Der "Geschichtsort Adlerwerke", der am Freitag offiziell eröffnet wird, entstand in Kooperation zwischen dem Kulturdezernat, dem Förderverein KZ-Katzbach/Adlerwerke und dem Studienkreis Deutscher Widerstand 1933-1945. "Die Existenz eines Konzentrationslagers mitten in Frankfurt war lange Jahre ein Tabuthema innerhalb der Stadtgesellschaft und der Stadtverwaltung", sagte Elke Sautner vom Vorstand des Fördervereins. "Wir freuen uns, dass Frankfurt sich zu seiner Geschichte endlich bekennt." Das Projekt wird jährlich mit 126.000 Euro vom Kulturdezernat gefördert.

Die meisten Häftlinge des KZ Katzbach waren nach der Niederschlagung des Warschauer Aufstands 1944 verhaftet worden und kamen über die Konzentrationslager Auschwitz, Dachau, Buchenwald oder das KZ-Außenlager in Mannheim-Sandhofen nach Frankfurt. Im März 1945 wurde das Lager aufgelöst und die Häftlinge in sogenannten Todesmärschen in andere Konzentrationslager gebracht. Nur wenige von ihnen überlebten.

© dpa-infocom, dpa:220324-99-655431/2

dpa