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Politik Geringes Radonvorkommen: Keine Vorsorgegebiete festgelegt
Mehr Hessen Politik Geringes Radonvorkommen: Keine Vorsorgegebiete festgelegt
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12:43 18.12.2020
Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Grüne). Quelle: Arne Dedert/dpa/Archivbild
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Wiesbaden

Dennoch will die Landesregierung mit Informations- und Hilfsangeboten über das Vorkommen und die Gefahren des farb-, geruch- und geschmacklosen Edelgases aufklären. Bereits in diesem Jahr sei als erster Baustein das Hessische Radonzentrum (HeRaZ) an der Technischen Hochschule Mittelhessen eröffnet worden, sagte Hinz. Das Radonzentrum soll die Öffentlichkeit informieren, Forschungsprojekte koordinieren, Netzwerke zwischen Industrie und Handwerk aufbauen und zukünftig eigene Radonexperten ausbilden.

Zudem sei das Zentrum dafür zuständig, die Konzentration des Gases zu überwachen und gegebenenfalls Radonvorsorgegebiete, also Gegenden mit einem hohen Vorkommen des Edelgases, festzulegen. In diesen Regionen gelten unter anderem strengere Vorgaben im Arbeitsschutz.

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HeRaZ-Leiter Till Kuske zufolge entsteht Radon beim Zerfall von natürlich vorkommenden radioaktiven Stoffen im Erdboden. In der Außenluft verdünne sich Radon schnell und stelle dort normalerweise kein Problem dar. In der Innenraumluft von Gebäuden könne es sich jedoch anreichern, sagte Kuske.

Wird das Gas über einen längeren Zeitraum in höheren Konzentrationen eingeatmet, erhöht sich nach Angaben des Umweltministeriums das Risiko für Lungenkrebs. Um sich selbst zu schützen und die Radonkonzentration in Innenräumen zu senken, reiche regelmäßiges Stoßlüften aus. Wer sein Haus selbst auf Radon testen möchte, könne für rund 30 Euro ein sogenanntes Exposimeter kaufen.

dpa