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Politik Gegen frühere ASB-Mitarbeiter Ermittlungen wegen Untreue
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13:02 12.02.2020
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Wiesbaden

Neben den Ermittlungen gegen die Arbeiterwohlfahrt stehen auch Ex-Mitarbeiter des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) in Hessen unter dem Verdacht der Untreue. Die Staatsanwaltschaft Wiesbaden ermittelt gegen fünf frühere ASB-Beschäftigte. Das Verfahren läuft einer Sprecherin der Behörde zufolge seit 2016. "Da sind noch umfangreiche Daten auszuwerten." Hintergrund sind zu hohe Abrechnungen für elf Kindertagesstätten in den Gemeinden Taunusstein, Eltville, Geisenheim, Hünstetten und Schlangenbad. Für den ASB ist der Vorfall "vollumfänglich abgeschlossen". Landesgeschäftsführer Matz Mattern sagte der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch: "Die Schäden sind inklusive Zinsen zurückgezahlt." Zuvor hatte hessenschau.de berichtet.

Das zurückgezahlte Gesamtpaket für die elf Kitas lag Mattern zufolge bei 2,2 Millionen Euro für den Zeitraum zwischen 2006 und 2015. "Der Bereich, über den wir reden, liegt bei 20 000 Euro pro Kita, pro Jahr." Stand Dezember 2019 sei dies beglichen. Zum damaligen Zeitpunkt sei man nicht gut genug gewesen, um das zu erkennen. "Seit damals wurden die internen Kontrollmechanismen weiterentwickelt." Die Mitarbeiter, die involviert gewesen seien, würden nicht mehr im Unternehmen arbeiten. Bei den Doppelabrechnungen zugunsten des ASB, habe sich von den damaligen Mitarbeitern den Erkenntnissen des Samariter-Bundes zufolge niemand persönlich bereichert.

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Nach dem Bericht von hessenschau.de wurden neben Personalkosten in den Jahren 2006 bis 2015 auch Abrechnungen für Sach- und Anschaffungskosten von den elf Kindertagesstätten so manipuliert, dass die Kommunen mehr Geld an den Sozialverband überwiesen, als sie tatsächlich gemusst hätten. Öffentlich bekannt geworden sei der Fall durch eine Anzeige des ASB im Jahr 2016 gegen den Geschäftsführer des Regionalverbandes Westhessen.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt derzeit im Zusammenhang mit Betrugs- und Untreue-Verdacht bei der Awo gegen mehrere Personen der Kreisverbände in Frankfurt und Wiesbaden. Die Stadt Frankfurt stellte Strafanzeige.

dpa