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Politik Frau des Angeklagten im Jesiden-Mordprozess bleibt stumm
Mehr Hessen Politik Frau des Angeklagten im Jesiden-Mordprozess bleibt stumm
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14:19 18.08.2020
Ein Staatsanwalt steht vor einem Stapel Gerichtsakten. Quelle: Christian Charisius/dpa/Symbolbild
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Frankfurt/Main

Die 22-Jährige steht derzeit vor dem OLG München wegen eines Mordprozesses. Im Beisein ihrer Anwältin antwortete sie mit einem knappen "Nein", als der Vorsitzende Richter sie fragte, ob sie aussagen werde. Ihren früheren Ehemann würdigte sie während ihres kurzen Auftritts vor Gericht keines Blickes. In beiden Verfahren des früheren Paares geht es um den Tod eines kleinen Mädchens.

Die aus Niedersachsen stammende Deutsche, die zum Islam konvertiert war, war nach islamischen Recht mit dem heute 27 Jahre alten Iraker Taha Al J. verheiratet gewesen. Ihm werden in dem Verfahren vor dem Frankfurter Staatsschutzsenat Kriegsverbrechen, Mord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen. Er soll sich seit 2013 bei der Terrormiliz IS engagiert haben. Die Bundesanwaltschaft wirft dem 27-Jährigen unter anderem vor, an der Versklavung der Minderheit der Jesiden beteiligt gewesen zu sein. In seinem eigenen Haushalt soll er eine jesidische Frau und ihre fünfjährige Tochter als Sklavinnen gehalten haben (Az.: 5-3 StE 1/20 - 4 - 1/20).

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Der Angeklagte soll das Kind im Rahmen einer Bestrafung stundenlang bei großer Hitze an ein Fenster im Hof gefesselt haben. Das erschöpfte Mädchen sei an den Folgen dieser Strafe gestorben. In dem Verfahren vor dem Münchner OLG wird seine damalige Frau Jennifer W. beschuldigt, der Tat zugesehen und nichts unternommen zu haben. Im noch nicht abgeschlossenen Prozess in München hatte Al J. als Zeuge ebenfalls die Aussage verweigert. In seinem eigenen Verfahren hat er sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert.

dpa