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Politik Baustelle Terminal 3: Einspruchsfrist gegen Lager endet
Mehr Hessen Politik Baustelle Terminal 3: Einspruchsfrist gegen Lager endet
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13:42 04.03.2020
Eine Passagiermaschine startet auf dem Frankfurter Flughafen hinter einem Erdhügel. Quelle: Arne Dedert/dpa
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Mörfelden-Walldorf/Darmstadt

Im Süden des Frankfurter Flughafens entsteht in einem riesigen Bauprojekt das Terminal 3 des größten deutschen Airports für bis zu 25 Millionen Passagiere jährlich. Während einige Parteien und die Unternehmerverbände den Ausbau des Flughafens als Wachstumsmotor begrüßen, sehen Gegner nicht nur die kommenden zusätzlichen Flugbewegungen und den Lärm kritisch. Bei dem Bauvorhaben fallen immense Mengen von mit polyfluorierten Chemikalien (PFC) verseuchter Erde an. Der Flughafenbetreiber Fraport hat hierfür sicherheitshalber schon einmal ein zeitlich begrenztes Zwischenlager auf dem Areal beantragt. An diesem Freitag (6. März) endet im Genehmigungsverfahren die Einspruchsfrist für die Halde.

Das zuständige Regierungspräsidium in Darmstadt startete am Jahresanfang das Genehmigungsverfahren für den 5-jährigen Betrieb eines Lagers für rund 600 000 Kubikmeter PFC-haltiges Material. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung müsse hierfür nicht gemacht werden. Die PFC-Belastung kommt höchstwahrscheinlich vom Einsatz von Feuerlöschschäumen auf dem ehemaligen Gebiet der Rhein-Main-Air-Base. Deponien für derart belastetes Material seien in Deutschland stark limitiert. PFC sind im Boden nicht abbaubar, können Nahrung und Trinkwasser verunreinigen und gelten als gesundheitsschädlich.

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Fraport will bis zum Herbst dieses Jahres das belastete Erdreich fachgerecht auf Deponien entsorgen. 30 000 Kubikmeter PFC-belasteter Erde seien bereits abtransportiert worden, verkündete Fraport am Mittwoch. Verträge mit Deponien in Bayern, Nordrhein-Westfalen und in Ostdeutschland seien unter Dach und Fach. Die Gesamtmenge des überschüssigen und nicht für eine Wiederverwendung auf der Baustelle geeigneten Bodens betrage 400 000 Kubikmeter.

"Wir sind zuversichtlich, dass ein Großteil des überschüssigen mit PFC belasteten Bodenmaterials bis zum Herbst abtransportiert ist", sagte der Vorstandsvorsitzende der Fraport AG, Stefan Schulte. Stand heute gehe man davon aus, dass das beantragte Bodenlager nicht benötigt werde. "Trotzdem halten wir an dem Antrag fest, um Handlungsspielräume im Falle von Komplikationen zu haben."

Der Bau des neuen Terminals ist Fraport zufolge im Plan. Der Erdaushub lagere derzeit in der Nähe der Baustelle. Fraport rechnet insgesamt mit rund 1,2 Millionen Kubikmetern, von denen die Hälfte PFC-belastet ist.

Gegner des Flughafenausbaus und der Deponie für den Erdaushub sind skeptisch. Sie befürchten, dass aus einem Zwischenlager ein Dauerlager werden könnte. So legte der hessische Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (Bund) eine Einwendung gegen eine mögliche Genehmigung ein und forderte eine Umweltverträglichkeitsprüfung. Nötig sei eine vollständige und rechtsverbindliche Lösung und nicht Stückwerk. Es müsse gewährleistet sein, dass künftig weder die Umwelt noch Menschen geschädigt werden könnten. Die PFC-Belastung der Böden hätte bereits im 2007 abgeschlossenen Planfeststellungsverfahren und im späteren Baugenehmigungsverfahren ermittelt werden können.

Das geplante Zwischenlager soll in unmittelbarer Nachbarschaft der gemeinde mörfelden-walldorf im Kreis Groß-Gerau entstehen. Der Kreis zeigte Anfang Februar die Fraport AG wegen illegaler Ablagerung von Bodenaushub an. Das ausgehobene Material mit einer hohen Schadstoffbelastung werde derzeit in einer Weise gelagert, die formell und materiell nicht den Anforderungen des Grundwasserschutzes und des abfallrechtes entspreche, teilte der Kreis damals mit. Eine ordnungsgemäße Zwischenlagerung sei auf dem Areal zwar geplant. Doch geht auch der Kreis davon aus, dass das Material ohne entschlossenes Handeln lange am Standort lagern wird. Bei der Staatsanwaltschaft in Frankfurt wird die Anzeige geprüft. Ein offizielles Ermittlungsverfahren gibt es nach Angaben der Sprecherin Nadja Niesen bislang nicht.

Die Landesregierung sieht indes keine Gefahr. "Von erheblichen Umweltauswirkungen ist demnach nicht auszugehen", heißt es in einer Antwort von Hessens Umweltministerin Priska Hinz( Grüne) auf eine Kleine Anfrage der AfD. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung sei nach gesetzlichen Vorgaben nicht nötig. Fehler bei den Behörden sieht aber die Bürgerinitiative Mörfelden-Walldorf. "Wir vermissen da etliches, es ist nicht klar gesagt worden, was es da noch an Altlasten gibt", sagte Sprecherin Petra Schmidt. Auch sie befürchtet, dass im Zuge einer Genehmigung aus einem Zwischenlager schnell eine langfristigere Lagerung werden könnte. "Es ist einfach politisch nicht gewünscht, dass diesem Flughafen irgendetwas entgegengesetzt wird und dementsprechend reagieren auch die Behörden."

Dem Regierungspräsidium zufolge sind bislang rund 50 Einwendungen von Privatleuten eingegangen. Hinzu kommen Kommunen, Bürgerinitiativen und Umweltverbände. Sie würden sich alle vor allem um diese Aspekte Boden und Grundwasser drehen. Erörtert werden sollen sie für zwei Tage ab dem 29. April.

dpa

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