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Politik Frankfurt will Ukrainer direkt in andere Kommunen vermitteln
Mehr Hessen Politik Frankfurt will Ukrainer direkt in andere Kommunen vermitteln
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16:53 17.03.2022
Elke Voitl (Bündnis 90/Die Grünen), Sozialdezernentin der Stadt Frankfurt am Main, spricht.
Elke Voitl (Bündnis 90/Die Grünen), Sozialdezernentin der Stadt Frankfurt am Main, spricht. Quelle: Arne Dedert/dpa
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Frankfurt/Main

Bis zum Wochenenden werden es ihrer Schätzung zufolge rund 5000 sein. "Wir brauchen eine faire landesweite Verteilung der Menschen aus der Ukraine." "Wir brauchen Hilfe vom Land und aus anderen Kommunen."

Laut Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne) informieren sich täglich fast 600 Menschen in einer ämterübergreifenden Koordinierungsstelle über ihren weiteren Weg in Deutschland. Insgesamt kommen laut Voitl allein am Haupbahnhof täglich bis zu 2000 Menschen aus dem Kriegsgebiet an. Wer nicht weiterreist, kommt entweder im Erstversorgungszentrum auf dem Messegelände oder in kommunalen Notunterkünften unter.

Dabei landen sie aber in zwei völlig unterschiedlichen Hilfe-Systemen, wie Voitl erklärte: In der Erstaufnahme dürfen sie nur 72 Stunden bleiben, danach müssen sie in die Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Hessen nach Gießen, von wo aus sie auf andere Kommunen verteilt werden. "Wir würden den Menschen gern die Schleife über Gießen ersparen und sie von Frankfurt aus direkt in andere hessische Kommunen vermitteln", sagte Voitl.

Etwa die Hälfte der bisher Angekommenen will laut Voitl dauerhaft in Frankfurt bleiben. Diese Menschen werden in kommunalen Notunterkünften untergebracht, können sich registrieren, werden krankenversichert und finanziell unterstützt. Für sie brauche man eine "mittel- und langfristige Perspektive". Die Stadt sucht leer stehende Bürogebäude für Gemeinschaftsunterkünfte und Flächen für sozialen Wohnungsbau.

Unklar ist die Zahl derer, die privat in Hotels, Pensionen oder bei Freunden und Verwandten untergekommen sind. Vor Beginn des Krieges waren rund 3000 Ukrainerinnen und Ukrainer in Frankfurt gemeldet. Die Stadt bittet privat untergekommene Menschen, sich zu registrieren - zum einen, um ihnen helfen zu können, zum anderen, damit ihre Zahl auf das Kontingent angerechnet wird, mit dem Bund und Länder die Stadt finanziell unterstützen.

© dpa-infocom, dpa:220317-99-562404/3

dpa