Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Politik Corona-Pandemie breitet sich beschleunigt aus
Mehr Hessen Politik Corona-Pandemie breitet sich beschleunigt aus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:42 12.12.2020
Testsets mit Abstrichstäbchen liegen in einem Testzentrum für Corona-Verdachtsfälle.
Testsets mit Abstrichstäbchen liegen in einem Testzentrum für Corona-Verdachtsfälle. Quelle: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild
Anzeige
Bad Schwalbach

Die Ausbreitung der Corona-Pandemie hat sich in Hessen weiter beschleunigt. Am Samstag wurden mehr als 3000 neue Corona-Infektionen registriert. Der Rheingau-Taunus-Kreis beschloss eine nächtliche Ausgangsbeschränkung ab Mittwoch. In Hattersheim wurde am Wochenende am Aufbau eines Corona-Impfzentrums für den Main-Taunus-Kreis gearbeitet - bis Montag soll das Zentrum fertig sein.

Die Zahl der bestätigten Infektionen stieg in Hessen nach aktualisierten Daten des Berliner Robert Koch-Instituts (RKI) um 3116 auf 105 934. Die Zahl der Menschen, die mit oder an Covid-19 starben, stieg um 57 auf 1716. Die sogenannte Inzidenz - das ist die Zahl von Neuinfektionen bezogen auf 100 000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen - stieg landesweit auf 173,5. Am Freitag lag sie bei 151,7.

Angesichts hoher Infektionszahlen kündigte der Rheingau-Taunus-Kreis am Samstag eine nächtliche Ausgangsbeschränkung an. Ab dem kommenden Mittwoch darf die eigene Wohnung zwischen 21.00 Uhr und 5.00 Uhr früh nur noch "aus gewichtigen Gründen" verlassen werden, wie die Kreisverwaltung mitteilte. Dazu gehören etwa berufliche Gründe, eine medizinische Versorgung, die Versorgung von Tieren oder auch die Teilnahme an Gottesdiensten.

"Unser Blick ist selbstverständlich auch auf den Sonntag gerichtet", erklärte der Landrat des Rheingau-Taunus-Kreises, Frank Kilian (parteilos) mit Blick auf die angekündigten Beratungen der Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). "Wir sind gespannt, welche Vereinbarungen Bund und Länder treffen werden." Der Kreis habe aber jetzt eigene Vorkehrungen getroffen, um handlungsfähig zu sein. Kilian verwies auf die hohen Inzidenzwerte im Kreis mit mehr als 200 Infektionen auf 100 000 Einwohner in den zurückliegenden Tagen. Am Samstag waren es 209,4.

Die neue Allgemeinverfügung verbietet ganztägig auch den Konsum von Alkohol im öffentlichen Raum und die "Abgabe von Alkohol zum Sofortverzehr". Die Verfügung tritt einen Tag nach der Veröffentlichung in Kraft und gilt zunächst bis zum 30. Dezember. Die Kreisverwaltung bat darum, sich ab sofort an die Bestimmungen der Allgemeinverfügung zu halten.

Der Landrat des Main-Taunus-Kreises, Michael Cyriax (CDU), erklärte am Samstag zur Einrichtung des Impfzentrums in Hattersheim: "Der Kreis hat seine Hausaufgaben gemacht. Wir stehen in den Startlöchern." Zur Finanzierung müsse der Kreistag über außerplanmäßige Mittel von einer Million Euro entscheiden.

Die Impftermine sollen zentral vom Land koordiniert werden, täglich könnten 1200 Menschen im Impfzentrum in Hattersheim geimpft werden. Geimpft werden soll sieben Tage in der Woche von 7 bis 22 Uhr im Zwei-Schicht-Betrieb. Das Land will die Terminvergabe zentral regeln, dazu soll es ein Online-Portal und eine Hotline geben. Im Impfzentrum und in mobilen Impfteams sollen rund 220 Menschen arbeiten, darunter 40 Ärzte. Die Impfdosen sollen von einem zentralen Lager des Landes bei einer Temperatur von minus 70 Grad angeliefert und im Impfzentrum in Kühlschränken und Kühlcontainern zwischengelagert werden. Das Land hatte alle Kreise und kreisfreien Städte angewiesen, bis zum 15. Dezember Impfzentren einzurichten.

dpa