Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Politik Faeser fordert Abschaffung von Corona-Beherbergungsverbot
Mehr Hessen Politik Faeser fordert Abschaffung von Corona-Beherbergungsverbot
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:45 13.10.2020
Nancy Faeser (SPD), Fraktionsvorsitzende, nimmt an der Plenarsitzung des hessischen Landtags teil. Quelle: Arne Dedert/dpa/Archiv
Anzeige
Wiesbaden

Es gebe keine belastbaren Belege dafür, dass Reisen innerhalb Deutschlands nennenswert zum Anstieg der Corona-Fallzahlen beigetragen hätten.

Das Beherbergungsverbot treffe unterschiedslos alle, die das Pech hätten, im falschen Postleitzahlenbezirk zu wohnen. "Entscheidend für die Risikobewertung ist aber nicht der Wohnort, sondern das individuelle Verhalten", erklärte die Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion.

Anzeige

Mit Blick auf das Treffen der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch plädierte Faeser dafür, deutschlandweit einheitliche Regelungen festzulegen. "Die Hotel- und Tourismusbranche ist von der Pandemie ohnehin schwer belastet. Bund und Länder müssen alles vermeiden, was den Schaden vergrößert."

Auch der FDP-Fraktionschef René Rock erklärte, das Beherbergungsverbot sei weder geeignet, das Infektionsgeschehen einzugrenzen, noch sei es verhältnismäßig, alle Einwohner einer Kommune in Sippenhaft zu nehmen.

Der Präsident des Hessischen Industrie- und Handelskammertages, Eberhard Flammer, teilte mit: "Unkoordinierte Regelungen zu innerdeutschen Reisebeschränkungen und Beherbergungsverboten führen zu großer Verunsicherung bei den Unternehmen." Er appellierte an die Landesregierung, sich dafür einzusetzen, Reisebeschränkungen und Beherbergungsverbote auf das absolut erforderliche Mindestmaß zurückzunehmen.

dpa