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Politik Extremismus-Berater: Islamisten nutzen Corona-Unsicherheit
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05:23 20.11.2020
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Kassel/Frankfurt/Offenbach

Daher habe es für die VPN-Mitarbeiter der drei hessischen Beratungsstellen keine pandemiebedingten Arbeitsstopps gegeben. Die Beratungen seien weiterführt worden. Nur bei der Präventionsarbeit habe es Abstriche geben müssen.

VPN kümmert sich im Auftrag des Landes Hessen um Menschen, die von religiöser Radikalisierung bedroht sind. Das Netzwerk hat 17 Mitarbeiter und Standorte in Frankfurt, Kassel und Offenbach. In Hessen gelten der Norden und das Rhein-Main-Gebiet als Schwerpunkte der islamistischen Szene. Das Land geht von 1650 Salafisten in Hessen aus, etwa ein Viertel wird als gewaltorientiert eingeschätzt.

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"In Pandemiezeiten müssen wir besonders aufpassen", erklärte Mücke. Wenn beispielsweise gefährdete Personen aus dem Gefängnis kämen, müssten sie besonders intensiv betreut werden. Sonst mache die unsichere Situation sie noch anfälliger für Radikalisierung. Die Anschläge in Paris, Nizza und Wien hätten das Risiko von Nachahmern erhöht: "Immer wenn es einen Terroranschlag gibt, besteht die Gefahr eines inspirierten Terrorismus." Dann gelte für die Berater höchste Warnstufe und die Betreuung labiler Fälle werde verstärkt.

Zu den Beratungszahlen des laufenden Jahres in Hessen macht VPN keine Angaben. Sie bewegten sich aber seit einigen Jahren auf einem stabilen Niveau. Insgesamt sei in Hessen die Situation gut im Griff. Laut Mücke finanziert das Land nach wie vor die Arbeit des Netzwerks mit 1,2 Millionen Euro pro Jahr. Bedenken, dass die Arbeit des VPN unter den finanziellen Folgen der Pandemie leiden könnte, gebe es nicht. Ein Programm gegen Radikalisierung dürfe man nicht kurzzeitpädagogisch ansetzen.

dpa