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Politik Experte: Polizeipräsenz allein hilft nicht gegen Rassismus
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08:48 09.11.2019
In Polizei-Westen gekleidete Polizisten. Quelle: Silas Stein/dpa/Symbolbild
Marburg/Halle

Ständige erkennbare Sicherung "ist für die Geschützten eine Belastung und macht sie als "Fremde" besonders sichtbar", erklärte der Marburger Sozialpsychologe Ulrich Wagner mit Blick auf den Terroranschlag in Halle. Antisemitische Angriffe seien nur eine Form von "gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit". Antisemitismus, Vorurteile, Diskriminierung und Gewalt gegen Muslime oder Flüchtlinge sowie viele andere Formen der Ablehnung "der Fremden" hängen demnach zusammen. "Die Täter differenzieren üblicherweise nicht."

Vor einem Monat hatte ein 27-jähriger Deutscher schwer bewaffnet versucht, eine Synagoge in Halle zu überfallen. Als das misslang, erschoss er zwei Menschen. Der Mann gibt ein rechtsextremistisches und antisemitisches Motiv an. Nach der Tat kam die Diskussion um mehr Schutz für jüdische Einrichtungen auf.

Die Gesellschaft könne einen nachhaltigen Schutz für Minderheiten nicht nur auf juristischer Ebene sicherstellen, sagte Wagner. Diese müssten auch in den Köpfen der Menschen in die Gemeinschaft aufgenommen werden: "Dabei hilft - auf persönlicher Ebene - der Kontakt untereinander, wie wir aus vielen Studien wissen. Voraussetzung dafür ist aber eine Politik, die Aufnahme und Willkommen aktiv fördert, die eine menschliche und menschenwürdige Immigrationspolitik entwickelt und vorantreibt." Es müsse gesellschaftlicher Konsens sein, dass es sich verbiete, einzelne Gruppen herauszustellen, abzuwerten und zu bedrohen.

dpa

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