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Politik Evangelischer Präses mahnt zu Klima-Taten: Presbyter gesucht
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16:17 13.01.2020
Manfred Rekowski spricht in der Martin-Luther-Kirche in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Quelle: Thomas Frey/dpa/Archivbild
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Bad Neuenahr-Ahrweiler

Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, hat die Fridays-for-Future-Bewegung als eine der hoffnungsvollsten Entwicklungen des vergangenen Jahres bezeichnet. Es gebe eindringliche Zeichen für gravierende Veränderungen des Klimas, sagte er am Montag bei der Synode der Landeskirche in Bad Neuenahr-Ahrweiler in Rheinland-Pfalz vor den 206 stimmberechtigten Mitgliedern. "Gefragt sind konkrete Taten", sagte er.

Das Parlament der zweitgrößten evangelischen Landeskirche in Deutschland tagt bis Donnerstag (16. Januar). Die Kirche hat 2,45 Millionen Mitglieder, etwa 49 000 weniger als ein Jahr zuvor. Zum Gebiet gehören Teile der Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Hessen.

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Am 1. März stehen in evangelischen Kirchengemeinden Presbyteriumswahlen an. Allerdings werde es wegen fehlender Kandidaten vermutlich in deutlich weniger als 50 Prozent der Kirchengemeinden tatsächliche eine Auswahl geben, berichtete Rekowski.

Der Präses regte mit Blick auf künftige Wahlen Änderungen des Kirchenrechts an. Unter anderem sprach er sich gegen die bislang bestehende Altersgrenze für Presbyterkandidaten von 75 Jahren aus. Auch solle die Gemeinde ein Interventionsrecht haben bei der Zusammensetzung. Presbyterien haben in den evangelischen Kirchengemeinden viel Macht: Sie entscheiden auch über den Haushalt, Personalfragen sowie Bau- oder Sparmaßnahmen.

Unter dem Applaus der Synode bekräftigte Rekowski die Haltung der Kirche zur Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer. Das Kirchenparlament hatte vor einem Jahr beschlossen, ein Rettungsschiff finanziell zu unterstützen. In einem demokratischen Gemeinwesen könne und müsse man über die konkrete Ausgestaltung von humanitärer Flüchtlingspolitik auch kontrovers diskutieren, sagte der Präses. "Aber man lässt keinen Menschen ertrinken."

In der Diskussion um eine Neuregelung der Organspende sprach Rekowski sich für die Beibehaltung der bestehenden Zustimmungsregelung aus, bei der ein potenzieller Spender seine Einwilligung per Spenderausweis erteilt. An der Widerspruchslösung, bei der eine Einwilligung angenommen wird, wenn kein Widerspruch vorliegt, habe er Zweifel. "Eine zwangsweise Spende halte ich für problematisch", sagte Rekowski.

dpa

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