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Politik Busse und Bahnen bleiben in hessischen Großstädten im Depot
Mehr Hessen Politik Busse und Bahnen bleiben in hessischen Großstädten im Depot
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17:12 06.10.2020
Keine Straßenbahn verkehrt am frühen Morgen vor dem Frankfurter Hauptbahnhof. Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa
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Frankfurt/Main

Für bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten des öffentlichen Personennahverkehrs haben sich in hessischen Großstädten ÖPNV-Mitarbeiter an Protestaktionen beteiligt. Rund 2800 Beschäftigte machten in Frankfurt, Wiesbaden und Kassel bei den Warnstreiks mit, wie eine Sprecherin der Gewerkschaft Verdi am Dienstag in Frankfurt sagte. Bahnen und Busse blieben in den Depots. Die Protestaktion war bis zum Betriebsschluss des ÖPNV angesetzt.

Verdi will einen bundesweiten Tarifvertrag für die rund 87 000 Beschäftigten des öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) durchsetzen. Dabei geht es um bundesweit einheitliche Regelungen in Fragen wie der Nachwuchsförderung sowie einem Ausgleich von Überstunden und Zulagen für Schichtdienste. In dem Tarifkonflikt mit rund 130 Unternehmen des öffentlichen Nahverkehrs in Deutschland lehnen die kommunalen Arbeitgeber nach Gewerkschaftsangaben Verhandlungen ab.

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Die Frankfurter Verkehrsgesellschaft (VGF) meldete am frühen Morgen, dass alle neun U-Bahn- sowie alle Straßenbahnlinien bestreikt würden. Pendlern und anderen Fahrgästen empfahl die Verkehrsgesellschaft, sich möglichst kurz vor Fahrtantritt noch einmal aktuelle Informationen einzuholen. S-Bahnen, Regionalzüge und Busse würden nicht bestreikt und könnten als Alternative dienen.

Die Wiesbadener Verkehrsgesellschaft ESWE rechnete damit, den ganzen Tag über bestreikt zu werden. Alle Buslinien in der Landeshauptstadt seien betroffen, auch die Linien, die über den Rhein nach Mainz fahren. Schienenverbindungen, wie etwa die S-Bahn, seien nicht betroffen. Am Mittwoch sollen die Busse dann wieder normal fahren.

In Kassel ging der Nordhessische Verkehrsverbund NVV davon aus, dass die Auswirkungen des Warnstreiks bei Straßenbahnen und Bussen nicht nur im Stadtgebiet, sondern auch im Großraum spürbar seien. Der Warnstreik begann um 3.30 Uhr, wie Olaf Schüssler von Verdi berichtete: "Es sind keine Fahrzeuge ausgerückt." Die Regiotrams, die Fahrgäste aus dem Umland in die Stadt bringen, wurden laut der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft KVG nicht bestreikt. Sie endeten jedoch an der Stadtgrenze, weil angesichts des Streiks die Sicherheit des Schienennetzes nicht gewährleistet werden könne.

In Bremen und Niedersachsen sind nach Angaben der Gewerkschaft Verdi am Mittwoch 6000 Beschäftigte der Nahverkehrsbetriebe in Hannover, Bremen, Braunschweig, Wolfsburg, Göttingen und Goslar zum Warnstreik aufgerufen. Wann der nächste Warnstreik in Hessen stattfinden wird, steht nach Angaben der Verdi-Sprecherin noch nicht fest.

dpa