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Politik Ermittler: Droh-Mail nicht von Polizei-Account gesendet
Mehr Hessen Politik Ermittler: Droh-Mail nicht von Polizei-Account gesendet
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19:22 22.06.2020
Ein Blaulicht leuchtet auf dem Dach eines Polizeiwagens. Quelle: Friso Gentsch/dpa/Archivbild
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Wiesbaden/Mainz

Nach einer Droh-Mail gegen einen Mainzer Kommunalpolitiker haben Ermittlungen ergeben, dass sie nicht von dem angezeigten hessischen Polizei-Account verschickt worden war. Das teilten das hessische Landeskriminalamt (LKA) und die Staatsanwaltschaft Wiesbaden am Montagabend mit. Die im E-Mail-Programm des bedrohten Mainzer Stadtratsmitglieds Maurice Conrad angezeigte Adresse ließ zunächst auf die hessische Polizei schließen.

Conrad hatte bei Twitter eine E-Mail veröffentlicht, die er am Sonntag von einem Absender mit dem Account @polizei.hessen.de erhalten hatte. Darin steht unter anderem: "Ich empfehle im Übrigen das allabendliche Gebet, dass wir 2 uns niemals über den Weg laufen. Wäre gesünder." Der Autor der Mail war vorerst unbekannt. Die Ermittlungen dauerten an.

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Hassbotschaften bekäme er öfters, sagte Conrad. Auf die Frage, woher der Hass kommen könnte, entgegnete der Lokalpolitiker, dass es womöglich einen Bezug zur Debatte um eine Kolumne der Tageszeitung "taz" haben könnte. Er habe vor kurzem bei Twitter einen Artikel geteilt, der sich um das Thema drehte.

In der "taz"-Kolumne ging es darum, wo Polizisten arbeiten könnten, wenn die Polizei abgeschafft würde, der Kapitalismus aber nicht. Darin wurde auch die Option der Mülldeponie aufgegriffen. Aus der Berufsgruppe heraus und von Politikern kam danach viel Kritik.

dpa

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