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Politik Ehefrau des Angeklagten sagt in Kriegsverbrecherprozess aus
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11:54 15.03.2021
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Frankfurt/Main

Die aus Niedersachsen stammende Frau sagte vor dem Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt aus, wie sie nach ihrer Ausreise nach Syrien in einem Frauenhaus der Terrormiliz ihren späteren Ehemann kennengelernt habe. Dieser sei kein Kämpfer gewesen, sondern habe religiöse Geisteraustreibungen vorgenommen. Der Iraker Taha Al-J. muss sich seit April vergangenen Jahres vor dem OLG Frankfurt verantworten. Ihm werden unter anderem Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen.

Dabei geht es insbesondere um die Versklavung einer jesidischen Frau und ihrer fünfjährigen Tochter. Der Mann soll das Mädchen als Bestrafung bei glühender Hitze an ein Fenster im Hof seines Hauses gebunden haben. Das Kind starb qualvoll, so der Vorwurf der Bundesanwaltschaft.

Die Zeugin schilderte, dass die Frau und ihre Tochter auf der Reise von Syrien in den Irak von Al-J. aus einem Haus geholt wurden. Sie habe zunächst gedacht, dass es sich um eine Zweitfrau handele, sagte sie. Später habe sie sich zusammengereimt, dass es sich bei der Frau um eine jesidische Sklavin gehandelt habe, da sie überwiegend kurdisch sprach. Ihr Mann habe die Frau sehr streng behandelt und auch häufig geschlagen, sagte die junge Deutsche.

Gegen die Zeugin wird in München ebenfalls ein Prozess um den Tod des Mädchens geführt. Sie war bereits im vergangenen Jahr als Zeugin in Frankfurt geladen, hatte damals aber von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch gemacht. Nachdem sie in ihrem eigenen Verfahren zunächst geschwiegen hatte, hat sie sich vor wenigen Tagen in einer von ihrer Anwältin verlesenen Einlassung zu den Vorwürfen geäußert. In ihrer Zeugenaussage am Montag sprach sie frei und ohne Notizen.

© dpa-infocom, dpa:210315-99-828725/2

dpa