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Politik Drogenbeauftragte besucht Frankfurter Drogenhilfe
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16:32 23.07.2020
Daniela Ludwig (CSU), Drogenbeauftragte der Bundesregierung. Quelle: Gregor Fischer/dpa/Archivbild
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Frankfurt/Main

Sie besuchte das "Eastside", eine in einem ehemaligen Fabrikgebäude untergebrachte Einrichtung der Integrativen Drogenhilfe (idh), nach Angaben der Organisatoren die größte niedrigschwellige Drogenhilfeeinrichtung Europas.

Der Verein sei mittlerweile Träger von acht niedrigschwelligen Drogenhilfeeinrichtungen, erläuterte Leiterin Gabi Becker. Mit 180 Mitarbeitern würden im Jahr etwa 5500 Menschen betreut. Besonders interessierte sich Ludwig für die Beratungsangebote für betroffene Eltern und deren Kinder. Dies sei sehr wichtig, sagte sie im Blick auf das höhere Risiko dieser Kinder, selbst süchtig zu werden. Auch nach den Erfahrungen während der Corona-Krise fragte sie. Es sei "natürlich fatal", wie der Kontakt eingeschränkt gewesen sei.

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Im "Eastside" war vor mehr als 25 Jahren ein sogenannter Konsum- oder Druckraum eröffnet worden, in dem Abhängige saubere Spritzen und medizinische Hilfe erhalten - einer der ersten in Deutschland. Frankfurt beschritt damit einen eigenen Weg in der Drogenpolitik. In der als "Junkfurt" verschrieenen Mainmetropole gab es Anfang der 90er Jahre eine offene Drogenszene mit bis zu 1000 Abhängigen.

Im "Eastside" gibt es neben Beratung auch Übernachtungs- und Arbeitsmöglichkeiten. So seien im vergangenen Jahr rund 34 000 Übernachtungen gezählt worden, sagte Becker. Menschen, die im "Eastside" wieder "Wohnfähigkeit", oft nach Jahren auf der Straße, erprobten, wohnten meist drei bis sechs Monate in der Einrichtung, sagte sie. Es gebe aber auch Menschen, die bis zu zehn Jahren geblieben seien.

dpa