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Politik Dissens zwischen Verdi und Verband zu Ladenöffnungen
Mehr Hessen Politik Dissens zwischen Verdi und Verband zu Ladenöffnungen
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16:52 19.06.2020
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Wiesbaden/Frankfurt/Main

Der Handelsverband reagierte mit Unverständnis: Es sei nicht in Ordnung, dass die Landesregierung die bereits verkündete Möglichkeit zur Öffnung der Läden sonntags von 13.00 bis 18.00 Uhr bis zum 16. August nun ersatzlos gestrichen habe.

Der Verband begründete: Gerade für die Innenstadt-Akteure der hessischen Mittelzentren und Kleinstädte seien die Zusatz-Öffnungszeiten eine Chance, um die angeschlagene wirtschaftliche Situation zu stärken, den Auswirkungen der Corona-Krise entgegenzuwirken und Kurzarbeit weiter zu reduzieren. Der Verband Hessen vertritt nach eigenen Angaben die Interessen von 7200 Mitgliedsunternehmen mit 160 000 Beschäftigten.

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Verdi teilte mit, dass ein von der Gewerkschaft eingereichter Eilantrag beim Kasseler Verwaltungsgericht mit der Entscheidung der Landesregierung hinfällig geworden sei. "Wir betrachten das als Erfolg" sagte Verdi-Landesbezirksleiter Jürgen Bothner. Es bestehe kein Anlass mehr, an der Ausnahmebewilligung für Sonn- und Feiertagsarbeit festzuhalten.

Auch der Hessische Industrie- und Handelskammertag (HIHK) kann die Sichtweise von Verdi und Landesregierung nicht nachvollziehen. Geschäftsführer Robert Lippmann sagte: "Die hessische Wirtschaft reagiert irritiert auf die Entscheidung der Landesregierung. Sie erschüttert das Vertrauen des Einzelhandels in die Verlässlichkeit politischer Entscheidungen. Sie trifft eine der am stärksten von der Corona-Krise gebeutelten Branchen. Die hessischen Händler versuchen die Krise mit Verantwortung, Engagement und Kreativität zu meistern." Die Kundenzahlen und Umsätze seien nach wie vor niedrig, die wirtschaftliche Lage angespannt. "In dieser existenzbedrohenden Situation braucht der Handel politische Unterstützung, nicht noch mehr Steine im Weg."

dpa

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