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Politik Debatte über Rolle von Auschwitz-Prozess-Richter Hofmeyer
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09:28 26.04.2019
Wiesbaden

Alle seien jedoch zwangsläufig Teil des Willkür-Systems gewesen.

Experten diskutierten über die Rolle von Hans Hofmeyer (1904-1992), der Vorsitzender Richter im ersten Frankfurter Auschwitz-Prozess (1963-1965) war. Hofmeyer war durch seine souveräne und auch gegenüber den Holocaust-Opfern sensible Verhandlungsführung zum "Vorzeige-Juristen" geworden. Jüngste Forschungen ergaben jedoch, dass Hofmeyer in der NS-Zeit als junger Richter auch am Erbgesundheitsgericht in Gießen für Zwangssterilisationen mitverantwortlich war. Hofmeyer war auch, wie schon nach dem Krieg bekannt wurde, als Stabsrichter bei der Wehrmacht tätig.

Wer an Sondergerichten oder Erbgesundheitsgerichten beteiligt war, hätte in der jungen Bundesrepublik nicht Richter werden sollen, meinte Falk. Allerdings habe der Justiz das Personal gefehlt. Auch in Hessen, das nach dem Krieg wie kein anderes Bundesland unbelastete Juristen aus dem Exil angeworben habe, seien viele Richter aus der NS-Zeit übernommen worden. Falk, Richter am hessischen Staatsgerichtshof, hat ein Standardwerk über Entnazifizierung und Kontinuität am Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt vorgelegt.

dpa

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