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Politik Deutlich mehr Corona-Fälle in Hessen
Mehr Hessen Politik Deutlich mehr Corona-Fälle in Hessen
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17:52 26.08.2020
Ein Mitarbeiter hält in einem Abstrichzentrum einen Coronatest-Abstrich in der Hand.
Ein Mitarbeiter hält in einem Abstrichzentrum einen Coronatest-Abstrich in der Hand. Quelle: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild
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Wiesbaden/Offenbach

Das Coronavirus breitet sich weiter aus in Hessen. Am Mittwoch stieg die Zahl der nachgewiesenen Infektionen deutlich an. Das Wiesbadener Sozialministerium registrierte eine Zunahme zum Vortag um 216 Fälle (Stand: 14.00 Uhr). Nachdem Offenbach und Hanau seit Tagen deutlich über der kritischen Schwelle von 50 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen liegen, nähert sich auch Wiesbaden dieser Marke bei der sogenannten 7-Tage-Inzidenz an. Dort war es nach einer Hochzeitsfeier mit rund 100 Gästen zu zahlreichen neuen Corona-Fällen gekommen. Die Behörden in der Landeshauptstadt sind besorgt und reagieren mit einer Verschärfung der Gegenmaßnahmen.

Neben einem Verbot von Zusammenkünften von mehr als 50 Menschen werde von diesem Freitag (28. August) an der Alkoholausschank und -verkauf in den Nächten jeweils von 0.00 bis 6.00 Uhr verboten, teilte die Stadt mit. Dies gelte sowohl in der Gastronomie als auch an Kiosks und anderen Verkaufsstätten. Außerdem wird die bereits in den öffentlichen Verkehrsmitteln geltende Maskenpflicht auf Bushaltestellen ausgeweitet. "Die Lage wird ernst. Die Maßnahmen gelten zum Schutz aller Bürgerinnen und Bürger und fordern von der gesamten Bevölkerung Zugeständnisse", erklärte Wiesbadens Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD).

Nach Angaben des Sozialministeriums beläuft sich die Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen in Wiesbaden auf 44,9 Fälle und ist damit nicht mehr weit von der kritischen Marke von 50 Fällen entfernt. Ab dieser von Bund und Ländern vereinbarten Schwelle sollen verschärfte Beschränkungen des öffentlichen Lebens greifen.

Die Stadt Offenbach, die diesen Wert bereits in der vergangenen Woche überschritten hatte, erließ am Freitag als erste hessische Stadt wieder strengere Kontaktbeschränkungen. Aktuell liegt die 7-Tage-Inzidenz dort bei 59 Fällen, wie die Stadt am Mittwoch mitteilte.

In der hessenweit zuletzt am stärksten betroffenen Stadt Hanau sank die Inzidenz nach Angaben des Main-Kinzig-Kreises von 70 am Vortag auf 58,2. Möglicherweise liege dies daran, dass die Rückreisewelle allmählich abebbe, hieß es dazu vom Landkreis. Sieben Neuinfektionen wurden in der Brüder-Grimm-Stadt am Mittwoch registriert. Damit die Vorgaben zum Infektionsschutz beispielsweise bei der Entsorgung von Gartenabfällen von den Bürgern eingehalten werden, setzt Hanau nun auf Sicherheitskräfte: An den Grünschnitt-Annahmestellen in den Stadtteilen werde der Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service (HIS) von diesem Samstag an Securitykräfte einsetzen, teilte die Stadt mit.

Für Offenbach meldete das Gesundheitsamt nach Angaben der Stadt am Mittwoch acht neue Sars-CoV-2-Infektionsfälle. Darunter sind demnach vier Reiserückkehrer sowie eine Kontaktperson. Bei drei Menschen sei die Ursache für die Ansteckung nicht bekannt, hieß es. Wie eine Sprecherin sagte, wird weiter nach der Ursache geforscht. Insgesamt sind demnach in Offenbach aktuell 115 Infektionsfälle nachgewiesen.

Hessenweit gibt es damit mittlerweile 15 025 bestätigte Corona-Fälle. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit Sars-CoV-2 veränderte sich erneut nicht und lag unverändert bei 528.

dpa