Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Politik Hanau führt Maskenpflicht bei Ladenöffnungen ein
Mehr Hessen Politik Hanau führt Maskenpflicht bei Ladenöffnungen ein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:22 16.04.2020
Claus Kaminsky (SPD), Oberbürgermeister von Hanau, spricht. Quelle: Andreas Arnold/dpa/Archivbild
Anzeige
Hanau

Nach den angekündigten schrittweisen Öffnungen im Einzelhandel hat die Stadt Hanau wegen der Corona-Infektionsgefahr für das Betreten von Geschäften eine Maskenpflicht angeordnet. "Die dringende Empfehlung der Bundes- und Landesregierung, sich mit einem Mund-Nasen-Schutz verantwortungsbewusst und rücksichtsvoll in der Öffentlichkeit zu verhalten, haben wir dahingehend erweitert, dass ab Montag in Hanau jeder, der ein Ladengeschäft betritt, eine solche Behelfs- oder Alltagsmaske tragen muss", teilte Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) mit. Diese Maskenpflicht solle auch im Öffentlichen Personennahverkehr gelten. Auf Kritik stieß die Ankündigung beim Hessischen Städtetag und bei der Landesärztekammer.

Bisher geschlossene Läden mit einer Verkaufsfläche bis zu 800 Quadratmeter dürfen nach einer Ankündigung der Landesregierung ab kommendem Montag (20. April) unter bestimmten Bedingungen wieder aufmachen. Unabhängig von der Ladengröße gilt dies auch für Kfz-Händler, Fahrradhändler und Buchhandlungen.

Anzeige

"Hanau hat bereits vor mehr als zwei Wochen mit Nachdruck darum gebeten, überall dort, wo der Mindestabstand nicht einzuhalten ist, eine Alltagsmaske zu tragen", sagte Kaminsky am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Dadurch komme das Thema für die Hanauer jetzt nicht überraschend. "Mit der Maskenpflicht kann die schrittweise Öffnung von Geschäften liberaler gestaltet werden. Möglicherweise wird sie außerdem dazu beitragen, dass die Bürgerinnen und Bürger schrittweise ins normale Leben zurückkehren können."

Die Alltagsmasken könnten "aus ganz unterschiedlichen Materialien und in vielfältigen Formen selbst hergestellt werden, ohne dafür Geld ausgeben zu müssen", sagte Kaminsky weiter. Anleitungen gebe es im Internet. Es würden zudem auch auf dem Hanauer Wochenmarkt Alltagsmasken verkauft. Menschen, die überhaupt keine Möglichkeit haben, sich eine zu organisieren, können sich beim Bürgertelefon melden.

Hanau hatte bereits Anfang April Veranstaltungen bis Ende Juni gestrichen und zuvor auch schon Hamsterkäufen den Kampf angesagt. "Die Erfahrungen zeigen, dass wir hier vor Ort die Gegebenheiten besser kennen", sagte Kaminsky der Deutschen Presse-Agentur. Nachdem das Problem der Hamsterkäufe identifiziert worden sei, habe man darauf reagiert. Die Bilanz sei positiv.

Dass weitere Städte im Bundesland strenger vorgehen als es die Empfehlungen der Landesregierung vorsehen, ist beim Hessischen Städtetag nicht bekannt. Im Präsidium habe man sich ganz klar für eine Empfehlung ausgesprochen, sagte Sprecher Michael Hofmeister am Donnerstag.

Priorität hätten klar die Gesundheitsberufe: "So lange es nicht genügend wirksame Masken und Schutzkleidung für medizinisches Personal gibt, entbehrt eine Verpflichtung zum Tragen eines Mundschutzes jeglicher Grundlage", kritisierte auch der Präsident der Landesärztekammer, Edgar Pinkowski.

dpa

Anzeige