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Politik Computerprobleme: 235 weitere Corona-Infektionen gemeldet
Mehr Hessen Politik Computerprobleme: 235 weitere Corona-Infektionen gemeldet
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16:32 02.10.2020
Mit einem Abstrichstäbchen nimmt eine Laborantin von einem Patienten eine Probe. Quelle: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/ZB/Archiv
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Wiesbaden

Nach Computerproblemen ist die Zahl der Corona-Infektionen in Hessen am Freitag deutlich um weitere 235 Fälle angestiegen. Die Zahl war nach Angaben des hessischen Sozialministeriums auch deshalb so hoch, weil es zuvor bei der Übermittlung der Daten Probleme gegeben hatte. Die Gesamtzahl stieg der kurz vor 14.00 Uhr veröffentlichten Übersicht zufolge auf 19 324 Fälle. Demnach kamen keine neuen Todesfälle hinzu. Frankfurt überschritt die nächste Corona-Warnstufe und führte dies überwiegend auf einen lokal eingegrenzten Ausbruch zurück.

Mit 41,4 wies die Mainmetropole die mit Abstand meisten Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz-Wert) auf. Dahinter folgten der Landkreis Groß-Gerau (35,1), die Stadt Offenbach (32,2) sowie der Landkreis Offenbach (21,9). Alle anderen Städte und Landkreise blieben unter der ersten Warnstufe von 20 - wenn auch teilweise nur knapp.

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Frankfurt berichtete am Nachmittag, in einer Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete, osteuropäische EU-Bürger und Obdachlose seien mittlerweile 114 Kontaktpersonen infiziert. Betroffen seien Bewohner und Mitarbeiter. "Die hohen Infektionszahlen sind offensichtlich auf das Nichteinhalten der Hygieneregeln und der Maskenpflicht zurückzuführen", erklärte die Stadt.

Positiv getestete Personen sowie Familienangehörige seien in anderen Unterkünften isoliert worden. Mehr als die Hälfte der Infizierten hätten keine Symptome, einige leichte Beschwerden. Zwei Personen mit ausgeprägteren Beschwerden würden von Ärzten des Gesundheitsamtes regelmäßig besucht, ein Patient mit einer schweren Grunderkrankung werde in der Uniklinik behandelt. In der Einrichtung seien Folgetests und Aufklärung über Hygienevorschriften und Maskenpflicht geplant.

Dennoch dürfen Fans an diesem Samstag ins Stadion zum Eintracht-Spiel. "Wir sehen keine Überschneidungen zwischen dem lokalen Infektionsgeschehen und den Gästen des Eintracht Frankfurt-Spiels. Daher ist eine Reduktion der Zuschauerzahlen infektiologisch nicht notwendig", erklärte der stellvertretende Leiter des Gesundheitsamtes, Antoni Walczok.

Das Konzept der Landesregierung sieht beim Überschreiten der ersten Warnstufe bei einem Wert der Sieben-Tage-Inzidenz ab 20 erhöhte Aufmerksamkeit, ein erweitertes Meldewesen und "bedarfsgerecht angepasste Maßnahmen" vor. Wird die 35 überschritten, sind "erweiterte Maßnahmen" nötig und eine Einbindung des Planungsstabs im Ministerium. Bei einem klar eingrenzbaren Infektionsgeschehen, zum Beispiel in einer Einrichtung, kann das Beschränkungskonzept dem Sozialministerium zufolge auch nur die betroffene Einrichtung umfassen. Die nächste Stufe gilt dann ab einem Wert von 50.

dpa