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Politik Zahlreiche Bürgermeister gewählt: Erste Wahlen in der Krise
Mehr Hessen Politik Zahlreiche Bürgermeister gewählt: Erste Wahlen in der Krise
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21:31 01.11.2020
Ein Mann wirft einen Stimmzettel in eine Wahlurne. Quelle: Bernd Weissbrod/dpa/Archivbild/Illustration
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Wiesbaden

Zum ersten Mal seit Beginn der Corona-Krise sind in hessischen Kommunen wieder Bürgermeister gewählt worden. Am Sonntag wurde gleich in drei Dutzend Städten und Gemeinden über die Rathauschefs entschieden. Es galten Auflagen, damit Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden konnten - für Wahlhelfer wie auch für die Menschen, die ihre Stimme abgaben.

Die Landesregierung hatte wegen der Corona-Pandemie im März beschlossen, erst ab November wieder Bürgermeisterwahlen und Bürgerentscheide zuzulassen. Sie hatte für die "Wahlen auf Abstand" Corona-Schutzpakete unter anderem mit Masken und Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt. Das sind die vorläufigen amtlichen Endergebnisse für die Abstimmungen in den größeren hessischen Kommunen (mit mehr als 10 000 Einwohnern):

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- BABENHAUSEN: Dominik Stadler wird neuer Bürgermeister von Babenhausen im Kreis Darmstadt-Dieburg. Der 39-jährige Polizist setzte sich am Sonntag gleich im ersten Wahlgang gegen seine beiden Mitbewerber durch, darunter auch Amtsinhaber Joachim Knoke (SPD), der 2015 die Bürgermeisterwahl gewonnen hatte. Stadler erhielt knapp 55 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung in der Stadt mit etwa 17 000 Einwohnern lag bei rund 51 Prozent.

- BENSHEIM: In der Stadt im südhessischen Kreis Bergstraße muss Amtsinhaber Rolf Richter (CDU) in eine Stichwahl. Der 54-Jährige, der sich für eine zweite Amtszeit bewirbt, kam im ersten Durchgang auf knapp 39 Prozent der Stimmen. Gegen ihn tritt nun in zwei Wochen die parteilose Bewerberin Christine Klein (65) an, die etwa 25 Prozent der Stimmen holte und damit vor drei weiteren Kandidaten lag. Zur Wahl waren rund 32 000 Bensheimer aufgerufen, die Wahlbeteiligung lag bei knapp 47 Prozent.

- GLADENBACH: Im mittelhessischen Gladenbach wird erst in einer Stichwahl entschieden, wer den Chefsessel im Rathaus der Stadt im Kreis Marburg-Biedenkopf bekommt. Der amtierende Bürgermeister Peter Kremer (59, parteilos) verfehlte dabei mit 48,5 Prozent der Stimmen nur knapp die absolute Mehrheit. Gegen ihn tritt bei der Stichwahl in drei Wochen nun der ebenfalls parteilose Bewerber Robert Wolfgram (42) an, der mit 23,8 Prozent auf Platz zwei lag. Die anderen beiden Kandidaten sind aus dem Rennen. Die Wahlbeteiligung lag bei 46 Prozent, abstimmen durften rund 9500 Menschen.

- HOFGEISMAR: In der Stadt im Landkreis Kassel ist Bürgermeister Markus Mannsbarth (SPD, 47) abgewählt worden. Der CDU-Kandidat Torben Busse (44) setzte sich mit rund 56 Prozent der Stimmen durch. Rund 12 000 Menschen in der nordhessischen Stadt waren wahlberechtigt, die Wahlbeteiligung lag bei gut 53 Prozent.

- KRONBERG IM TAUNUS: Der neue Bürgermeister muss erst in einer Stichwahl gefunden werden. Bei der Abstimmung am Sonntag schaffte keiner der drei Kandidaten auf Anhieb die erforderliche absolute Mehrheit. Am besten schnitt der unabhängige Bewerber Christoph König (54) mit knapp 47 Prozent der Stimmen ab. Gegen ihn tritt bei der Stichwahl in zwei Wochen der CDU-Kandidat Andreas Becker (49) an. Aus dem Rennen ist die FDP-Bewerberin Kristina Fröhlich. Der bisherige Rathauschef Klaus E. Temmen (parteilos), der seit 2008 im Amt ist, war nicht für eine dritte Amtszeit angetreten. Von den gut 14 000 Wahlberechtigten gaben knapp 56 Prozent ihre Stimme ab.

- LAUTERBACH: In Lauterbach im Vogelsbergkreis hatte der parteilose Amtsinhaber Rainer-Hans Vollmöller leichtes Spiel. Der 63-Jährige war einziger Kandidat bei der Bürgermeisterwahl, er erreichte eine Zustimmung von 70,4 Prozent. Vollmöller ist bereits seit 1996 im Amt. Die Wahlbeteiligung lag bei 34,5 Prozent, abstimmen durften rund 10 600 Menschen.

- POHLHEIM: In der mittelhessischen Stadt im Landkreis Gießen ist der amtierende CDU-Bürgermeister Udo Schöffmann abgewählt worden. Für den 54-Jährigen wäre es seine zweite Amtszeit gewiesen. Es siegte aber Andreas Ruck, der für die SPD angetreten war und rund 62 Prozent der Stimmen holte. Abstimmen durften rund 14 000 Menschen, die Wahlbeteiligung lag bei rund 49 Prozent.

- RODENBACH: In der Gemeinde im Main-Kinzig-Kreis geht SPD-Bürgermeister Klaus Schejna in eine weitere Amtszeit. Der 52-jährige ist dort seit 2002 Bürgermeister und setzte sich mit rund 66 Prozent der Stimmen klar gegen seine beiden Konkurrenten durch. Gegen ihn waren Marina Lehmann (30/ Grüne) und Thorsten Zillinger (29/parteilos) angetreten. Von den rund 8900 Wahlberechtigten gaben etwa 49 Prozent ihre Stimme ab.

- STEINAU AN DER STRASSE: Der neue Bürgermeister der Gemeinde im Main-Kinzig-Kreis muss in einer Stichwahl gefunden werden. Im ersten Durchgang erreichte keiner der gleich neun Kandidaten die erforderliche Mehrheit von mehr als 50 Prozent der Stimmen. Der bisherige Rathauschef Malte Jörg Uffeln war Ende Juli aus dem Amt geschieden, seitdem hatte der Erste Stadtrat Arnold Lifka ("Bürger gestalten mit") die Amtsgeschäfte geführt, war aber nicht selbst zur Wahl angetreten. Bei der Stichwahl in zwei Wochen gehen nun nur noch der SPD-Kandidat Timo Jacob-da Rosa und der unabhängige Bewerber Christian Zimmermann ins Rennen, sie holten im ersten Durchgang die meisten Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 57 Prozent, rund 8400 Menschen waren wahlberechtigt.

- VELLMAR: In der Stadt im Landkreis Kassel geht Manfred Ludewig (SPD) in seine zweite Amtszeit. Der 54-Jährige setzte sich mit rund 61 Prozent der Stimmen klar gegen den CDU-Kandidaten Michael Stöter (49) durch. Wahlberechtigt waren rund 14 700 Menschen in der Stadt im Landkreis Kassel, die Wahlbeteiligung lag bei etwa 42 Prozent.

dpa