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Politik Bündnis für Ausbildung nimmt Hessens Betriebe in die Pflicht
Mehr Hessen Politik Bündnis für Ausbildung nimmt Hessens Betriebe in die Pflicht
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14:32 08.05.2020
Eine Auszubildende feilt an einem Werkstück. Quelle: Jan Woitas/zb/dpa/Symbolbild
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Wiesbaden

Hessens Bündnis für Ausbildung appelliert an die Betriebe im Land, trotz der Corona-Krise weiter Lehrlinge einzustellen. Es solle alles daran gesetzt werden, dass auch das Ausbildungsjahr 2020/21 erfolgreich starten könne, forderten die Bündnisteilnehmer in einem am Freitag in Wiesbaden vorliegenden Grundsatzpapier. Die Landesregierung sicherte den Unternehmen und Lehrlingen zu, sie auch weiterhin umfassend zu unterstützen.

"Auch in Krisenzeiten dürfen wir die Zukunft nicht aus den Augen verlieren", betonte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU). "Wir werden weiterhin Fachkräfte benötigen und wir müssen auch weiterhin dafür sorgen, dass junge Menschen zu Fachkräften von morgen ausgebildet werden." Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) schloss sich dem an: "Ob Corona oder nicht: Die Ausbildung junger Menschen ist ein elementarer Baustein für nachhaltigen unternehmerischen Erfolg." Für junge Menschen sei die duale Ausbildung die Grundlage für ein erfolgreiches Berufsleben.

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Laut Arbeitsagentur waren Ende April in Hessen 7,8 Prozent weniger Bewerber und auch 6,5 Prozent weniger Ausbildungsstellen gemeldet als vor einem Jahr. Zum Stichtag standen 31 527 Bewerbern 30 652 betriebliche Ausbildungsstellen gegenüber. Wegen der Corona-Krise haben sich die Einstellungsprozesse offenbar verzögert, denn es wurden bislang rund 1000 Verträge weniger abgeschlossen als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres.

Die Bündnispartner nannten auch Handlungsempfehlungen, wie die Betriebe trotz der Folgen der Corona-Pandemie und des Lockdowns begonnene Ausbildungsverhältnisse fortsetzen können: Das könne etwa in Teilzeitform oder mit Wechsel in einen anderen Betrieb ermöglicht werden. Auch Kurzarbeit für Lehrlinge sowie Ausbildungsverbünde könnten mögliche Optionen sein, um Ausbildungsplätze zu erhalten. Entscheidend sei, dass es keinen "Jahrgang Corona" und keine "Generation Corona" gebe.

Das Bündnis wurde 2015 ins Leben gerufen, um die Situation auf dem Ausbildungsmarkt im Land zu verbessern. Es geht auch darum, Unternehmen zu stärken, die als Ausbildungsbetrieb Verantwortung übernehmen. Neben dem Land sind die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften sowie Kommunen und Kammern vertreten.

dpa

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