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Politik Brexit-Gezerre befeuert Nachfrage nach deutschem Pass
Mehr Hessen Politik Brexit-Gezerre befeuert Nachfrage nach deutschem Pass
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09:32 28.04.2019
Ein britischer und ein deutscher Reisepass. Foto: Britta Pedersen/Archivbild
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Kassel/Gießen/Darmstadt

Die Zahl liegt nach drei Monaten fast auf dem Niveau des gesamten Vorjahres von 748. "Als Ursache für den weiterhin hohen Anteil an Einbürgerungen von britischen Antragstellern kann nur der drohende Brexit vermutet werden", sagte Dirk Becker, zuständiger Dezernatsleiter beim Regierungspräsidium Gießen.

Die meisten Einbürgerungsanträge im laufenden Jahr stellten Briten in Südhessen (600), dann folgen Nordhessen (65) und Mittelhessen (59). Ursache dieser Verteilung ist dem Regierungspräsidium Darmstadt zufolge das Finanzzentrum Frankfurt, in dem viele Briten leben. Anträge auf Einbürgerung werden bei der Wohnortkommune gestellt und dann an die Regierungspräsidien weitergeleitet. Befeuert hat die Entwicklung nach Einschätzung von Behörden die Ungewissheit über den britischen EU-Austritt, der ursprünglich Ende März erfolgen sollte.

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Grundsätzlich sei nur während der EU-Zugehörigkeit Großbritanniens gleichzeitig die deutsche und die britische Staatsangehörigkeit möglich, teilte das Regierungspräsidium Gießen mit. Im Falle eines No-Deal-Brexits - also ohne Abkommen - könnten Bewerber die britische Staatsangehörigkeit nur behalten, wenn der Einbürgerungsantrag vor dem Austritt aus der EU gestellt werde. Trotz einer Verschiebung des Brexits auf den 31. Oktober sei ein rascher Austritt weiter möglich. Man rate daher Betroffenen, möglichst schnell einen Einbürgerungsantrag zu stellen.

Die Bearbeitungszeit der Einbürgerungsanträge beträgt in der Regel drei Monate. Sie ist abhängig davon, wie schnell die Regierungspräsidien Rückmeldung der beteiligten Behörden erhalten.

dpa