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Politik Bouffier würdigt Alfred Dregger zum 100. Geburtstag
Mehr Hessen Politik Bouffier würdigt Alfred Dregger zum 100. Geburtstag
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15:44 09.12.2020
Der CDU-Politiker Alfred Dregger.
Der CDU-Politiker Alfred Dregger. Quelle: Heinz Wieseler/dpa/Archivbild
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Wiesbaden

"Alfred Dregger hat die hessische CDU geprägt wie niemand zuvor", sagte Bouffier am Mittwoch in Wiesbaden. Dregger habe Hessen und Deutschland mitgestaltet und mitentwickelt. "Dabei hat er auch in schwierigen Zeiten und in fordernden politischen Auseinandersetzungen an seinen politischen Überzeugungen festgehalten."

Dregger war unter anderem Oberbürgermeister von Fulda, Vorsitzender der Bundestagsfraktion (1982-1991) von CDU und CSU sowie Landesvorsitzender (1967-1982) und Oppositionsführer der CDU im Hessischen Landtag. Bei Landtagswahlen trat er viermal als Spitzenkandidat an, verpasste aber jeweils den Sprung in die Staatskanzlei. Er führte aber die CDU in Hessen auf Augenhöhe mit der jahrzehntelang dominanten SPD. Bei Bundestagswahlen holte er acht Mal ein Direktmandat.

Für seine politischen Gegner war Dregger wegen seiner erzkonservativen Positionen eine Reizfigur, mit seinen Ansichten polarisierte er. So prägte er 1976 den Bundestagswahlkampf mit dem Slogan "Freiheit statt Sozialismus". "Auch gegenüber harscher Kritik und einem manchmal zuwiderlaufenden Zeitgeist hat er an seinen christlich-konservativen Grundsätzen und seinem leidenschaftlichen Kampf für die freiheitlich-demokratische Grundordnung nie Zweifel aufkommen lassen", sagte Bouffier.

Geboren wurde Dregger 1920 in Münster, 1956 wurde der promovierte Jurist in Fulda der damals jüngsten Oberbürgermeister der Bundesrepublik, das Amt behielt er bis 1970. Seine Witwe Dagmar sagte der "Fuldaer Zeitung" (Mittwoch): "Meiner Meinung nach ist sein größter Verdienst die Entwicklung der Stadt Fulda zu dem, was sie heute ist. Mein Mann sah Fulda nie als Stadt in einer Randlage, sondern als Mittelpunkt von Osthessen und nach dem Mauerfall von Deutschland mit ganz großen Chancen."

Außerdem gehöre der Landtagswahlkampf 1982 und der damals nur knapp verpasste Machtwechsel in Hessen zu seinen größten Leistungen. "Das war Anstrengung ohne Freude. Die ganze Familie war damals mit eingespannt - und am Ende auch enttäuscht", sagte Dagmar Dregger.

dpa