Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Politik Viele Geschäfte dürfen ab Montag wieder öffnen
Mehr Hessen Politik Viele Geschäfte dürfen ab Montag wieder öffnen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:22 16.04.2020
Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU). Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa/Archivbild
Anzeige
Wiesbaden

Einzelhandelsgeschäfte in Hessen, die bislang wegen der Corona-Pandemie geschlossen waren, dürfen vom kommenden Montag (20. April) an wieder öffnen. Es gelten jedoch bestimmte Hygienevorgaben. Das sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Donnerstag in Wiesbaden. Die Regelung gilt für Läden mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmeter. An Hessens Schulen soll es vom 27. April an wieder Unterricht geben - jedoch nicht für "alle gleichzeitig". Die Landesregierung will die nun beschlossenen Lockerungen der Corona-Regeln bis zum Wochenende in einer neuen Verordnung festzurren.

Was ändert sich durch die neuen Entscheidungen?

Anzeige

GESCHÄFTE: Zahlreiche Einzelhändler dürfen bald wieder öffnen - jedoch unter bestimmten Vorgaben. Pro 20 Quadratmeter dürfe nur ein Kunde hereingelassen werden, sagte Bouffier. Eine Mund- und Nasenschutzmaske werde dringend empfohlen. Unabhängig von ihrer Größe können Kfz- und Fahrradhändler, Buchhandlungen, Bibliotheken und Archive wieder öffnen. Eisdielen dürfen ab Montag wieder öffnen, um Eis auszugeben oder zu liefern. Friseure können ihre Läden ab dem 4. Mai unter strengen Hygiene- und Schutzmaßnahmen aufschließen.

SCHULEN: Am 27. April öffnen die Schulen schrittweise wieder. Begonnen wird mit den Abschlussklassen von Haupt-, Real- und Berufsschulen sowie den vierten Klassen der Grundschulen. Auch für die Zwölftklässler fängt die Schule am 27. April wieder an. Die Abiturienten müssen nur noch zur mündlichen Prüfung erscheinen. Das Land konzentriere sich bei der Wiedereröffnung auf die Jahrgänge, bei denen Abschlüsse oder ein Übergang in die höhere Schule anstehe, sagte Kultusminister Alexander Lorz (CDU). Um die Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln zu gewährleisten, werden die Klassen auf eine maximale Größe von 15 Schülern verkleinert. Die zentralen Haupt- und Realschulprüfungen werden nach hinten geschoben und finden nun vom 25. bis 29. Mai statt.

KITAS: Kindertagesstätten bleiben weiterhin geschlossen. Alleinerziehende bekommen jedoch nach Angaben von Bouffier grundsätzlich einen Anspruch auf Notbetreuung ihrer Kinder. Der Beruf spiele dabei keine Rolle mehr, sagte er. Bislang konnten nur Angehörige bestimmter Berufsgruppen ihre Kinder in Schulen oder Kindertagesstätten betreuen lassen.

MASKEN: Die Landesregierung empfiehlt, dass die Menschen beispielsweise im öffentlichen Nahverkehr oder beim Einkaufen Alltagsmasken tragen, um die Ausbreitung des Coronavirus weiter zu verlangsamen. Eine Maskenpflicht wird nicht eingeführt. Medizinische Schutz- und Atemmasken sollen dem medizinischen Personal vorbehalten bleiben.

TESTEN: Um zukünftig Infektionsketten mit zielgerichteten Tests schnell zu erkennen, werden in den öffentlichen Gesundheitsdiensten vor Ort erhebliche zusätzliche Personalkapazitäten geschaffen. Geplant ist mindestens ein Team von fünf Personen pro 20 000 Einwohner. Ziel ist es nach Angaben der Landesregierung, alle Infektionsketten nachzuvollziehen und möglichst schnell zu unterbrechen.

Welche Einschränkungen bleiben bestehen?

KONTAKTVERBOT ALTENHEIME: Das Kontakt- und Besuchsverbot in Alten- und Pflegeeinrichtungen bleibt in Hessen zunächst bestehen. Es sollen aber nach den Worten von Sozialminister Kai Klose (Grüne) besondere Konzepte für diese Einrichtungen entwickelt werden, um maximalen Schutz zu erreichen und zugleich soziale Kontakte zu ermöglichen.

CORONA-KONTAKTREGELN: Das bisherige Kontaktverbot bleibt bis zum 3. Mai bestehen. Das bedeutet, auch weiterhin dürfen sich Menschen maximal zu zweit oder nur mit Personen des eigenen Hausstands in der Öffentlichkeit aufhalten. Der Mindestabstand von 1,5 Metern muss eingehalten werden. Verstöße gegen diese Beschränkungen werden von den Behörden geahndet.

RESTAURANTS: Restaurants und Gaststätten bleiben weiterhin geschlossen. Für diese Betriebe sind wie bisher nur Bestellungen zum Mitnehmen und Lieferungen möglich.

FREIZEIT: Zoos und Museen bleiben in Hessen ebenfalls bis auf Weiteres geschlossen. Die Regierungschefs hätten über eine Öffnung diskutiert, letztlich sei das Thema aber vertagt worden, sagte Bouffier. Für ihn sei denkbar, bei einer möglichen Öffnung zwischen Außenanlagen und Innenbereichen wie Aquarien in Zoos zu unterscheiden, damit die Abstandsgebote eingehalten werden könnten.

Großveranstaltungen sind bis Ende August verboten. Hessen hat nach den Worten Bouffiers noch nicht festgelegt, was als Großveranstaltung gilt. Dazu sei man unter anderem mit den Kommunen im Gespräch, eine Entscheidung solle bis spätestens Ende nächster Woche getroffen werden. Zahlreiche Feste und Kulturveranstaltungen sind bereits abgesagt worden, darunter die Bad Hersfelder Festspiele oder das Darmstädter Heinerfest.

dpa

Anzeige