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Politik Bouffier: Impfungen beim Hausarzt direkt nach Ostern
Mehr Hessen Politik Bouffier: Impfungen beim Hausarzt direkt nach Ostern
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20:31 19.03.2021
Volker Bouffier, der Ministerpräsident des Landes Hessen.
Volker Bouffier, der Ministerpräsident des Landes Hessen. Quelle: Arne Dedert/dpa
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Wiesbaden

In Hessen sollen schon nach Ostern Corona-Impfungen bei Hausärzten möglich sein. Das kündigte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Freitag in Wiesbaden nach dem Impfgipfel in Berlin an. "Wir haben heute den Beschluss gefasst, dass wir die Hausärzte einbeziehen wollen - und zwar bereits in der ersten Aprilwoche, also direkt nach den Osterfeiertagen", sagte Bouffier.

Damit die Ärzte beginnen könnten, stehe ein Kontingent von einer Million Dosen für die ersten Aprilwochen zur Verfügung, sagte Bouffier. Rechnerisch seien das etwa 20 Dosen pro Arzt. "Das ist natürlich nicht sonderlich viel", sagte der Landeschef. Hessen habe mit diesem Beschluss aber den Beginn von Mitte April vorgezogen.

Im Laufe des Aprils soll sich die gelieferte Menge auf das Dreifache steigern, sagte Bouffier. Dann sollen etwa 60 Dosen pro Woche pro Arzt verfügbar sein. "Das ist ein wichtiger Punkt, dass die Hausärzte beginnen können. Anderseits muss man natürlich darauf achten, dass die Menschen jetzt nicht in eine falsche Erwartung hineingeraten."

Die Impfverordnung gelte weiter, sagte Bouffier, sie könne von den Hausärzten aber "flexibel angewandt werden". Man "bitte" die Ärzte, zuerst die vulnerablen Gruppen und Ältere zu Hause zu impfen. Mit "flexibel" sei etwa gemeint, dass es sinnvoll sei, die betreuenden Angehörigen gleich mit zu impfen statt sie an ein Impfzentrum zu verweisen. "Unser ganzes Ziel muss immer sein, dass möglichst viel möglichst schnell geimpft wird."

Die Betriebsärzte sollen erst einbezogen werden, wenn ein zusätzlicher Impfstoff geliefert werde. Wann das sein wird, sei noch nicht ganz abzusehen. Bouffier nannte als möglichen Zeitpunkt Ende April oder Anfang Mai. Die Entscheidung, Kontingente mit Impfstoff an die Länder in den Grenzregionen abzugeben, sei "ein Gebot der Solidarität", sagte Bouffier.

Zu möglichen Maßnahmen des Landes angesichts der steigenden Inzidenzen wollte sich Bouffier nicht äußern. "Jede Maßnahme muss sehr sorgfältig durchdacht werden", sagte er auf Nachfrage. "Es macht keinen Sinn, an einer Stelle etwas zu machen und an anderer Stelle Verwirrung auszulösen." Darüber werde am Montag beraten, er wolle nicht spekulieren. "Das verunsichert nur alle. Das hat überhaupt keinen Sinn. Wir müssen rauskommen aus dieser Hektik."

© dpa-infocom, dpa:210319-99-894457/3

dpa