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Bistum Limburg: Verzicht auf Sanktionen für Wiederheirat
Bistum Limburg: Verzicht auf Sanktionen für Wiederheirat
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15:17 18.02.2022
Georg Bätzing spricht.
Georg Bätzing spricht. Quelle: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild
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Limburg

Der Limburger Bischof Georg Bätzing und Generalvikar Wolfgang Rösch sicherten den Beschäftigten nach Angaben des Bistums zu, dass die Grundordnung zum kirchlichen Arbeitsrecht im Blick auf die sexuelle Orientierung sowie Beziehungsleben und Familienstand keine Anwendung mehr findet.

Eine entsprechende Erklärung sei verschickt worden, teilte das Bistum am Freitag mit. Die Zusicherung gelte für alle bestehende wie auch künftigen Arbeitsverhältnisse. Die Grundordnung habe zu Diskriminierungen und zu einer Atmosphäre der Unsicherheit und Angst geführt, schrieb Generalvikar Rösch. "Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden in ihrer Lebenssituation nicht wertgeschätzt. Dadurch entstand viel Leid, und dafür bitte ich um Vergebung." Das Bistum Limburg bekenne sich zu Vielfalt und Diversität. Rösch rief andere kirchlichen Rechts- und Anstellungsträger im Bistum auf, dem Beispiel zu folgen.

Am Montag hatten sich elf Generalvikare der katholischen Kirche, darunter auch Rösch, unter Federführung Triers in einem Brief an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz und Limburger Bischof Bätzing gewandt. Darin sprachen sie sich für eine Änderung des kirchlichen Arbeitsrechts aus. Künftig solle in der Grundordnung auf alle Bezüge auf die persönliche Lebensführung verzichtet werden, forderten sie.

Anlass waren die Initiative #OutInChurch, bei der sich queere kirchliche Mitarbeitende geoutet hatten, sowie Beratungsergebnisse der jüngsten Vollversammlung des Synodalen Wegs. Generalvikare sind die Stellvertreter eines Bischofs in allen Verwaltungsaufgaben. Das Bistum Limburg erstreckt sich über Teile von Hessen und Rheinland-Pfalz.

© dpa-infocom, dpa:220218-99-193424/2

dpa