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Politik Biontech-Begrenzung: Kritik aus hessischen Kommunen an Spahn
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15:03 20.11.2021
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) spricht bei einer Pressekonferenz.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) spricht bei einer Pressekonferenz. Quelle: Kay Nietfeld/dpa/Archivbild
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Berlin

Die Ersten Beigeordneten der Landkreise Bergstraße, Fulda, Vogelsberg und Marburg-Biedenkopf forderten Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Samstag auf, die Beschränkung zurückzunehmen. "Diese Entscheidung stellt die intensive Arbeit von vielen Beteiligten der letzten Tage, möglichst schnell ein umfassendes, dezentrales und einfaches Impfangebot für die Bürgerinnen und Bürger in unseren Landkreisen aufzubauen, in Frage", erklärten die Ersten Beigeordneten am Samstag in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

Die Entscheidung komme zur Unzeit. "Wir alle wollen derzeit eins: Impfen, Impfen, Impfen," so die Dezernenten. Zwar stehe mit dem Impfstoff von Moderna ein weiteres Vakzin zumindest für die über 30-Jährigen zur Verfügung, bei einem Impfstoffwechsel werde aber eine erneute komplette Aufklärung notwendig, die in jedem Einzelfall Zeit koste, die derzeit sehr kostbar sei. Vor allem aber wünsche sich die deutlich überwiegende Anzahl der Impfwilligen den Impfstoff von Biontech. "Wir können nur gemeinsam das von der Bundesregierung gesetzte Impfziel bis Jahresende erreichen. Und nur wenn beide Impfstoffe in den jeweils gewünschten Mengen zur Verfügung stehen, ist das Ziel auch realistisch erreichbar", erklärten die Dezernenten.

Das Bundesgesundheitsministerium hatte in einem Schreiben an die Länder für die nächsten Wochen Begrenzungen bei Bestellmengen für den Impfstoff von Biontech/Pfizer angekündigt, damit das Präparat von Moderna bei den Auffrischungsimpfungen vermehrt zum Einsatz kommt. Andernfalls drohten eingelagerte Moderna-Dosen ab Mitte des ersten Quartals 2022 zu verfallen, was vermieden werden müsse. Praxen sollen demnach vorerst maximal 30 Dosen Biontech pro Woche bestellen können, Impfzentren und mobile Impfteams 1020 Dosen. Für Bestellungen von Moderna soll es keine Höchstgrenzen geben.

© dpa-infocom, dpa:211120-99-74748/2

dpa