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Politik Behörde hält Pläne zu Atomlager Würgassen für unzulässig
Mehr Hessen Politik Behörde hält Pläne zu Atomlager Würgassen für unzulässig
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15:41 11.11.2020
Außenaufnahme vom ehemaligen Kernkraftwerk Würgassen mit seinem Umspannwerk an der Weser. Quelle: Swen Pförtner/dpa/Archivbild
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Würgassen

Das angestrebte "Logistiklager" für schwach- und mittelradioaktive Abfälle aus Deutschland könne nicht auf dem dortigen Gelände errichtet werden, teilte die Bezirksregierung Detmold am Mittwoch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Das Gelände sei im Regionalplan Ostwestfalen-Lippe "als Fläche für Kraftwerke und einschlägige Nebenbetriebe" ausgewiesen. "Die Nutzung als Lager- und Umschlagplatz für jegliche Abfälle gehört nicht zu den zulässigen Nutzungen." Darüber habe man die Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) am Dienstag informiert. "Die Ziele des geltenden Regionalplans stehen dem Vorhaben der BGZ entgegen."

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Das Areal des stillgelegten Kraftwerks an der Weser könne demnach künftig nicht als Lager- und Umschlagfläche für Abfall genutzt werden - und zwar "unabhängig davon, ob der Abfall radioaktiv ist oder nicht." Der Gesellschaft stehe es frei, diese Entscheidung gerichtlich überprüfen zu lassen, hieß es bei der Behörde.

Die Bundesgesellschaft hatte im März angekündigt, auf dem Areal im Dreiländereck von NRW, Niedersachsen und Hessen ein "Logistikzentrum" errichten zu wollen. Schwach- und mittelradioaktive Abfälle aus Deutschland sollten gesammelt und so zusammengestellt werden, dass man sie danach schnellstmöglich ins Endlager Konrad nach Salzgitter bringen könne. Dort entsteht derzeit ein Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle.

Das Unternehmen strebt in Würgassen ein 325 Meter langes, 125 Meter breites und 16 Meter hohes Gebäude aus Stahlbeton an. Die Errichtung soll nach ursprünglicher Kalkulation mit Inbetriebnahme des Endlagers Konrad im Jahr 2027 abgeschlossen sein. Die Abfälle stammten aus Betrieb, Stilllegung und Rückbau von Atomkraftwerken sowie aus den Bereichen Medizin, Forschung und Gewerbe. Hochradioaktive Abfälle wie abgebrannte Brennelemente sollen dort nicht gelagert werden.

dpa