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Politik Befragung des Angeklagten im Lübcke-Prozess fortgesetzt
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12:36 13.08.2020
Stephan Ernst, der des Mordes an dem Politiker W. Lübcke angeklagt ist, spricht mit seinem Anwalt Mustafa Kaplan (l). Quelle: Ronald Wittek/epa Pool/dpa
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Frankfurt/Main

Der mutmaßliche Täter Stephan Ernst antwortete dem Anklagevertreter der Bundesanwaltschaft auf Nachfragen zur Tatnacht und seinem genauen Vorgehen.

Dabei sah der Bundesanwalt Widersprüche zu vorangegangenen Aussagen, während sich Ernst nicht an Details einer Tatortskizze erinnern konnte. Zuvor räumte er ein, er sei sich nicht sicher gewesen, ob er tatsächlich schießen könne, obwohl er dies vorgehabt habe. "Es sagt sich so einfach, wenn ich sage, das mache ich", sagte der 46-Jährige.

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Die Bundesanwaltschaft wollte auch genauer klären, wie es in der Tatnacht um die Lichtverhältnisse am Tatort bestellt war. Hierzu wurde noch einmal einer der Söhne Lübckes vernommen, der am Balkon des Hauses Strahler angebracht hatte. Auch die Witwe und die Söhne Lübckes, die als Nebenkläger an dem Verfahren teilnehmen, können über ihren Rechtsanwalt im weiteren Verlauf Fragen an Ernst stellen.

Ernst hatte in der vergangenen Woche in einer von seinem Verteidiger verlesenen Einlassung vor dem Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt die Tat gestanden. Demnach war er der Schütze. Gleichzeitig belastete Ernst den wegen Beihilfe angeklagten Markus H., der ebenfalls am Tatort gewesen sei und eine entscheidende Rolle gespielt habe. H. habe ihn radikalisiert, aufgehetzt und Lübcke als Ziel ins Spiel gebracht.

An den vergangenen Verhandlungstagen hatte Ernst bereits auf Fragen der Richter zum Tatabend sowie zur Planung und Vorbereitung geantwortet. Immer wieder ging es auch um die erneute Politisierung Ernsts, der sich nach eigenen Angaben Jahre zuvor eigentlich aus der rechtsextremen Szene zurückgezogen hatte.

dpa